Alkohol und Umwelt vernichtet

In Südjakarta werden wie jedes Jahr vor Beginn des Ramadans, pressewirksam Alkoholflaschen vernichtet. Diese wurden zuvor in Geschäften und Bars beschlagnahmt, die keine Lizenz für den Verkauf von Alkohol besaßen.

24.05.2017 Alkohol und Umwelt vernichtet

9.279 Alkoholflaschen wurden vor einer Moschee mit einer Straßenwalze zerstört. Der Alkohol floss natürlich wie üblich in das Grundwasser. Das Grundwasser ist in Jakarta ja sowieso bereits bis in 80 Meter Tiefe, total verseucht ist.

Die Flaschen wurden aus Geschäften und Bars beschlagnahmt, die keine Verkaufslizenz für Alkohol besaßen. Der amtierende Polizeichef von Südjakarta Sr. Comr. Iwan Kurniawan, sagte gegenüber der Presse Folgendes. „Die Zerstörung der Alkoholflaschen ist ein Versuch die Bewohner, vor allem junge Menschen, davon abzuhalten, alkoholische Getränke zu konsumieren.“

Jährlich mehrere Tote durch gepanschten Alkohol in Indonesien

Alkohol und Umwelt vernichtet / Foto: Jakarta Post

Alkohol und Umwelt vernichtet / Foto: Jakarta Post

Auch mehrere Touristen unter anderem auch Deutsche starben bereits an gepanschten Alkohol in Indonesien. Hier scheint die Polizei keine Erfolge verzeichnen zu können. Wer in Indonesien an Alkohol herankommen möchte, wird dieses auch schaffen. Legaler Alkohol ist in Indonesien sehr teuer. Auf importierten Alkohol schlägt Indonesien bereits über 150% Steuern auf. Eine Flasche Jägermeister 0,75 Liter kostet in Jakarta schon einmal 750.000 Rp (ca. 50,30 €). Ein indonesisches Bier der Sorte Bintang (0,75 Liter) kostet in Jakarta um die 26.000 Rp (ca. 1,75 €). In einer Bar bezahlt man hier schon mal 35.000 – 50.000 Rp für die Flasche. Der Preis für eine ausländische Bierflasche kann hier schon mal bei 100.000 Rp (ca. 6,70 €) liegen.

Diese Preise können sich nur betuchte Indonesier leisten. Der Mindestlohn in Jakarta liegt bei 2.400.000 Rp (ca. 161 €). Man kann also davon ausgehen, das die meisten jugendlichen sich den Alkohol auf anderer Weise beschaffen, oder selbst herstellen.

Alkoholvernichtung vs. Umweltschutz

Tausende Liter von Alkohol werden bei dieser Aktion ins Grundwasser geleitet. Man sollte sich nicht wundern, wenn nun besonders in den ärmlichen Gebieten beschwipste Kinder durch die Straßen laufen. Bereits im März 2015 versetzte die Polizei von Westjakarta, Politiker und Bewohner in einen Drogenrausch, als 3,3 Tonnen Cannabis auf offener Straße verbrand wurden.

Bei dieser Aktion zeigte sich wieder einmal, dass man vorher überhaupt nicht nachdachte. Dieses war wohl die größte Drogenparty in ganz Indonesien. Man sieht, dass das Umweltbewusstsein in Indonesien noch in weiter ferne liegt.

Religion bestimmt das Handeln der Polizei

Dass diese Aktionen jedes Jahr, immer kurz vor dem Beginn des Ramadan durch die Polizei durchgeführt werden, zeigt das der Staat und die islamische Religion stark verbunden sind. Auch bei dieser Aktion der Vernichtung des Alkohols wird ein Platz vor einer Moschee genutzt.

Während des Ramadan werden Clubs aufgefordert zu schließen, obwohl ja nicht nur Muslime in Indonesien leben. Man darf tatsächlich froh sein, wenn man in einem Mall ein Restaurant findet, was bereits vor 13 Uhr öffnet, damit man sein Mittag essen darf. Man fordert Rücksicht ein, indem man auf öffentliches Essen und Trinken während des Ramadan verzichten solle. Gleichzeitig schränkt man aber andere Religionen während des Ramadan auch im religiösen Leben sehr stark ein.

In den letzten Jahren zogen immer wieder radikale islamische Gruppen durch die Straßen und kontrollierten die Einhaltung des Ramadan. Dabei gingen diese nicht gerade zimperlich vor. Die Polizei schaute in den meisten Fällen nur zu, wenn die Horden der FPI ein Geschäft was Alkohol während des Ramadan anbot, auseinandernahmen.

2 comments on “Alkohol und Umwelt vernichtet
  1. ja der ramadan, da war ich in lybien, im flugzeug nach trpolis ich war der einzige europäer alle passagiere startenaus den fenstern die sonne war am untergehen, kaumwurde das endeausgerufen packten alle essen und trinken aus ich durfte daran teilhaben, nette leute halt

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