94 jähriges Raubopfer erhält Unterstützung aus dem Internet

Im Internet herrschen Dank Anonymität, Hass, virale Gewalt und Fakenews vor. Das es auch anders geht, zeigt ein Fall aus Indonesien. Hier erhielt ein 94 jähriges Raubopfer unerwartete Unterstützung aus dem Internet.

14.06.2017 94 jähriges Raubopfer erhält Unterstützung aus dem Internet

Ein 94 Jahre alter Bananenverkäufer wurde vor einigen Tagen Opfer eines Raubüberfalles, auf offener Straße. Ein Auto hielt vor seinem Bananenstand und drei Personen gaben sich als Kaufinteressenten aus. Als der alte Mann mit zwei der Täter  den Preis verhandelte, stieg der Dritte aus und stahl die Geldbüchse des alten Mannes. In dieser befanden sich 1,1 Millionen Rupiah (ca. 73,50 €). Er wollte sich von dem Geld an diesem Tage Möbel kaufen.

Handy Video brachte enorme Spendenbereitschaft mit sich

94 jähriges Raubopfer erhält Unterstützung aus dem Internet / Screenshot Youtube

94 jähriges Raubopfer erhält Unterstützung aus dem Internet / Screenshot Youtube

Das Ganze wurde durch einen Passanten zufällig mit dem Handy gefilmt. Dieser stellte das Video dann online und löste damit eine Spendenwelle aus. Selbst der Gouverneur der zuständigen Provinz Jambi auf Sumatra, wo sich der Überfall ereignete, beteiligte sich an den Spenden.

Innerhalb von 5 Tagen kamen so 37 Millionen Rupiah (ca. 2.475 €) zusammen, die dem alten Mann übergeben wurden. Der alte Mann konnte nun doch seine gewünschten Möbel kaufen. Weiterhin dürfte er jetzt keine Probleme für seinen Lebensabend haben.

Raubüberfälle in Indonesien keine Seltenheit

So kommt es immer wieder vor, dass Frauen von vorbei fahrenden Mopedfahrern die Handtasche entrissen wird. Auch Gangs die Geschäfte überfallen, sind immer wieder ein Problem. Die Polizei sieht in den meisten Fällen kaum Erfolgschancen. Meistens kommen die Gangster mit aufgesetzten Motorradhelmen und sind dadurch nicht zu identifizieren.

Ermittlungen werden nur in seltenen Fällen akribisch durchgeführt.

Selbstjustiz in Indonesien an der Tagesordnung

Die Menschen in Indonesien regeln die Unfähigkeit der Polizei, bei der Aufklärung von Raubüberfällen und Diebstählen auf ihre Weise. Wird ein Dieb, oder Räuber gefasst, dann prügelt der zusammengerufene Mob auf diesen Kerl ein. Selbst angezündet wurden bereits Diebe. Immer wieder kommt es bei dieser Lynchjustiz zu Todesfällen, die die Polizei mit der selben Nachgiebigkeit untersucht.

So herrscht in Indonesien die Macht der Straße, was manchmal auch an Anarchie grenzt.

Hopfen und Malz nicht verloren

Die Spendenbereitschaft im obigen Fall zeigt, dass für Indonesien „Hopfen und Malz“, noch nicht verloren ist. Obwohl es zur Zeit aufgrund des Ramadan sowieso kein Bier gibt. Die Unterstützungsbereitschaft für in Not geratene, ist ungebrochen groß. Leider wird diese aber auch vielfach auf perfide Weise ausgenutzt. Ich spreche da einmal die angeblichen Bettlerinnen an, die sich Babys für einen Tag leihen, um an Straßenkreuzungen zu betteln.

Hier noch zwei Videos, die den alten Mann zeigen:

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