Irre Tabak-Klinik in Indonesien


Hier soll Zigarettenrauch Krebs heilen

 

Tabakrauch in Ohr und Haut gegen Krebs Ein Klinikmitarbeiter bläst „göttlichen“ Tabakrauch ins Ohr eines Patienten Foto: AFP Fotoquelle: bild.de
Tabakrauch in Ohr und Haut gegen Krebs Ein Klinikmitarbeiter bläst „göttlichen“ Tabakrauch ins Ohr eines Patienten Foto: AFP Fotoquelle: bild.de

Irre! In Jakarta (Indonesien) wirbt die Klinik „Griya Balur“ mit einer lebensgefährlichen Idee um Kunden: Tabakrauch soll dort Krebs und Autismus heilen und den Alterungsprozess umkehren können, berichtet die Zeitung „Bangkok Post“.

Die Angestellten pusten mit Hilfe eines Schlauchs den Rauch „göttlicher“ Zigaretten, die mit Nanoteilchen aufgeladen sind, durch den Mund der Patienten in die geschädigten Lungen. Dadurch sollen krebserregende, freie Radikale beseitigt werden. Der Rauch wird zudem in Ohren und Nase gepustet, bei manchen Patienten auch direkt in die Haut gespritzt.

Klinikgründerin Dr. Gretha Zahar (hat einen Doktortitel in Nanochemie der Padjadjaran Universität in Bandung) hat auf diese Art seit 2001 schon 60 000 Menschen behandelt. Sie glaubt, dass der Schlüssel zur Heilung im Tabakrauch zu finden ist.

Zahar: „Quecksilber ist die Ursache aller Krankheiten. In meinen göttlichen Zigaretten sind Radikalfänger enthalten, die dem Körper das Quecksilber entziehen.“

Ihre Theorien lässt Zahar nicht durch klinische Tests überprüfen und
veröffentlicht auch keine Studienergebnisse in Fachzeitschriften.
Angeblicher Grund: Sie habe kein Geld, um sich mit westlichen
Medizinwissenschaftlern zu streiten, heißt es auf ihrer Webseite.

In anderen Ländern würde die Klinik sofort geschlossen werden, nicht aber
in Indonesien. Das Entwicklungsland setzt all seine Hoffnungen in neue
Verwendungsmöglichkeiten für Tabak.

Mit aggressiven Marketingstrategien der Tabakindustrie werden schon die Jüngsten an die Sucht herangeführt: Eltern geben ihren Kindern Zigaretten zum Spielen, Teenager erhalten sie zusammen mit Konzerttickets. Rauchen ist fast überall erlaubt, Werbung hängt in jeder Straße und flimmert über Fernsehbildschirme. 20 Zigaretten sind bereits für rund 70 Cent zu haben. Jährlich sterben 400 000 Indonesier an den direkten Folgen der Nikotinsucht, weitere 25 000 infolge von Passivrauchen.

Originalbericht: bild.de
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