Der Indonesische Polizist – Dein Freund und Helfer

Eigentlich sollte die Überschrift heißen „Hurra ich habe eine indonesische Aufenthaltsgenehmigung!“ – aber wie heißt es immer es kommt anders als wie man denkt.

Vor ein paar Wochen hatte ich über die Einwanderungsgesetzesänderung berichtet und dachte eigentlich, das diese bis ich mein Visum verlängern muss durch gewunken ist. Eigentlich brauch nur noch der Präsident Herr Susilo Bambang Yudhoyono seine Unterschrift darunter setzen, aber so wie es aussieht ist dieses Gesetz wohl ganz nach unten geraten.

Egal, muss ich also mein Jahresvisum wieder verlängern. Also rief meine Frau den Agenten an, der in den vergangenen Jahren schon das Visum für mich verlängert hatte und fragte Ihn ob er schon wüsste ob das neue Gesetz schon in Kraft getreten ist. Er konnte dazu keine Auskunft geben, so fuhren wir einfach einmal zur Emigrassi um uns zu erkundigen. Dort gab es nur ein Kopfschütteln, die wussten auch von nichts, aber ein Vorteil hatte unser Besuch wir erfuhren mal die Tatsächlichen Preise für die Verlängerung des Visums, da eine Preisliste offiziell aushing. 700.000 Rp (ca. 57 €) sollte das Kosten der Agent verlangt 2.700.000 Rp (ca. 219 €) was für Ihn ein satter Gewinn sein mag.

Nach kurzer Diskussion mit meiner Frau beschlossen wir, das wir dieses Mal das Visum allein verlängern, man muss ja nicht sinnlos Geld zum Fenster schmeißen, vor allem da wir ja nun mobil sind, und überall hin kommen ohne auf ein Taxi angewiesen zu sein. Also ließen wir uns die Formulare geben und ich sollte am Montag diese wieder abgeben.

Sarah vor einer Antiken Kanone

Sarah vor einer Antiken Kanone

Gesagt getan, meine Frau füllte die Formulare aus und ich fuhr am Montag früh nach Jakarta zur Emigrassi diese abzugeben. Die Hinfahrt war schon wieder eine Qual schon auf der Auffahrt in BSD City – Stau und dann ging es die 18 km nur im Schritttempo vorwärts. Kurz vor halb 10 nach 2,5 h Fahrt war ich endlich da.  Das Abgeben und Prüfen der Kopien mit dem Originalen dauerte knapp 5 min dann war ich fertig. Da wir gerade in der Altstadt von Jakarta waren wollte Sarah noch schnell sich eine Kanone anschauen, die auf dem großen Platz aufgestellt waren. Gegen 9:45 Uhr führen wir dann wieder in Richtung Heimat.

Als ich auf die Hauptstraße kam leuchtete das schöne Grüne Schild vor mir auf 3 Orang …. – Was bedeutet, dass man in der Zeit von 6 – 10 und von 16- 19 Uhr dort mit Autos nur fahren darf, wenn mindestens drei Leute im Auto sitzen. Wir waren nur zwei und es war 09:50 Uhr. Ich hatte schon eine gewisse Vorahnung, machte mir aber Hoffnung, da es zähfliesender Verkehr war. Aber wie sollte es anders kommen, hinter der nächsten Ampelkreuzung lauerten die Polizisten und einer sprang wie üblich mir direkt vors Auto. Da war es genau 9:55 Uhr ;-). Der Polizist kam zu mir und sagte was auf Indonesisch, was ich wieder einmal nicht verstand – vielleicht auch mein Glück. Ich sagte Ihm dass ich von der Emigrassi komme und ja diesen weg nehmen muss. Der Hin weg ist komischerweise Frei nur der Rückweg, da dieses direkt auf der Strecke zum Monas liegt einer Hauptverkehrsstrecke ist nur für Autos mit drei Personen zugelassen. Früher gab es noch eine andere Straße, die aber komischerweise mit Pollern versperrt ist. Mit Sicherheit ein Vorwand zur Abzocke. Ich sagte dem Polizist auf mein gebrochenes Englisch es sind ja nur noch 5 min und ich wusste ja nicht dass diese Straße für mich gesperrt ist. Der Polizist schien gar kein Englisch zu verstehen, so fing meine Tochter an den Polizisten auf Indonesisch anzusprechen, was ihn merklich verwunderte! Er sagte nur „Sekolah Indonesia“ was ich verstand denn das hieß Ob sie in Indonesien zur Schule geht. Ich sagte Ihm auf Englisch, das wir schon zwei Jahre in Indonesien leben, was er diesmal verstand. Meine Tochter fing dann auf einmal, den Polizisten zu nerven an und sagte immer „Aku ingin pulang“ was so viel hieß sie möchte nach Hause. Darauf sagte der Polizist zu mir „I help you“ worauf ich sagte „three minutes“ Er zeigte auf den Bürgersteig und ich fuhr dahin. Die restlichen Drei Minuten unterhielt sich der Polizist mit Sarah, es ging um Schule ect. Als dann meine Uhr zur vollen Stunde piepte, sagte ich „now it is time“ und zeigte auf meine Uhr. Und der Polizist wollte dann auf einmal mit seinem Handy mit mir und Ihm ein Foto machen. Er hockte sich neben das Auto und machte das Foto. Dann sagte er „Thank you“ und sorgte dafür, dass ich in den Verkehr mich wieder einordnen konnte.

Dieses war das vierte Mal, dass ein Polizist mich angehalten hatte. Bisher musste ich kein Geld bezahlen, obwohl, man mich mehrfach versucht hat abzuzocken. Ich habe in meiner Brieftasche wo meine Papiere sind nie eine größere Summe bei mir und eine höffliche Diskussion auf gebrochenen Indonesisch – Englisch und Deutsch mit zur hilfenahme  von Händen und Füßen wird wohl jeden Polizisten, der es auf Abzocken anlegt, ein wenig verwirren. Ein versuchtes Telefonat mit meiner Frau, die meistens im Meeting ist hilft dabei auch manchmal;-).

Aber irgendwann werde ich wohl auch mal zahlen müssen, man hört und liest ja einiges!

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4 Kommentare zu “Der Indonesische Polizist – Dein Freund und Helfer”
  1. Pingback: Auswandern nach Indonesien » Die Indonesische Bürokratie – Oder wie kommt man ins Irrenhaus

  2. naja, Silvio, langsam solltest Du schon mal die Landessprache beherrschen, so schwer ist Indonesisch nun nicht!

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