Bei Reisen in ländliche Regionen von Südasien ist die Impfung gegen Japanische Enzephalitis zu erwägen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Im Mai diesen Jahres erkrankte eine 54-jährige deutsche Touristin wenige Tage nach der Rückkehr von einer zweiwöchigen Bali-Reise an Japanischer Enzephalitis (JE). Es ist der erste laborbestätigte JE-Fall in Deutschland, der aus Bali importiert wurde. Inzwischen befindet sich die Patientin auf dem Wege der Besserung.

Die Inseln Bali und Java zählen in Indonesien zu den Endemiegebieten der Japanischen Enzephalitis. Reisende erkranken jedoch nur sehr selten an der Virusinfektion. Denn die durch Stechmücken übertragene Krankheit kommt vorwiegend in ländlichen Gebieten Süd- und Südost-Asiens vor, die touristisch nicht sehr stark frequentiert sind.

Ein Übertragungsrisiko besteht vor allem in Regionen mit Reisanbau und Schweinehaltung, da Wasservögel und Schweine ein Reservoir für die JE-Viren darstellen. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit mild bis asymptomatisch. Kommt es allerdings zur manifesten Erkrankung, endet die Krankheit in etwa 30 Prozent der Fälle tödlich. Etwa die Hälfte der Überlebenden behält neuropsychiatrische Dauerschädigungen zurück. Eine spezifische Therapie ist bisher nicht verfügbar.

Eine wichtige Prophylaxemaßnahme ist der Schutz vor den dämmerungs- und nachtaktiven Überträgermücken. Eine JE-Impfung ist empfehlenswert für Reisende, die längere und wiederholte Aufenthalte in Endemiegebieten mit einer Gesamtdauer von über 4 Wochen planen.

Aber auch bei kürzeren Reisen ist eine Impfung sinnvoll, wenn ländliche Risiko-Regionen besucht werden oder Outdoor-Aktivitäten auf dem Programm stehen. Unabhängig von der Aufenthaltsdauer sollten Ärzte auch bei bestimmten Risikofaktoren zu einer Impfung raten: Bei einem Alter über 50 Jahre, einer chronischen Grunderkrankung, einer Immunabwehrschwäche oder bei Defekten der Blut-Hirn-Schranke, beispielsweise bei Cochlea-Implantaten.

Seit 2009 ist in Europa ein gut verträglicher Zellkultur-Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis (Ixiaro®) für Erwachsene zugelassen.

Originalbericht: aerztezeitung.de

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