Was ist nun mit dem Panzerdeal?

Nach der kurzfristig abgeblasenen Vertragsunterzeichnung zwischen dem deutschen Waffenbauer Rheinmetall und der indonesischen Regierung hört man gar nichts mehr. Die Indonesier wollten noch im Jahre 2012 die ersten Panzer geliefert gehaben wollen. Nun stehen nur die beiden Vorführgeräte die zur jährlichen Verteidigungsmesse in Jakarta geliefert wurden, rum.

Leopard 2A6: ANTARANEWS.com Fotoquelle: Kompas.com

Leopard 2A6: ANTARANEWS.com Fotoquelle: Kompas.com

Die Bundesregierung, die durch ihre geheimen Waffengeschäfte in den Letzten Jahren immer wieder in Kritik geraten war, kam nun der Opposition entgegen und will in Zukunft insbesondere das Parlament über Waffenexporte Infomieren. Dennoch behält sich die Bundesregierung vor die Entscheidung trotz Bedenken der Parlamentarier durchzuführen. Demokratie sieht wohl anders aus, aber da hat wohl auch die Waffenexportlobby, was zu sagen. Es ist wohl davon auszugehen, wenn das Parlament mit zu entscheiden hätte, ob ein Waffendeal stattfindet, oder nicht, wohl 90% aller Exporte dann abgelehnt würden.

 

Was will Indonesien mit einem 60 Tonnen schweren Leopard 2 Kampfpanzer?

Ich habe mir da mal meine eigenen Gedanken gemacht. Indonesien ist eines der Schwellenländer, die auf den Weg nach oben sind. Der Mittelstand ist insbesondere in den Großstädten stark im Kommen. Gezeigt wird, dass man Geld hat, in dem man vor sein Haus 1 oder mehrere Autos aufstellt. Auch wenn man eigentlich nur ein Auto nutzt, stehen teilweise bis zu drei Autos vor der Tür. Genauso stelle ich mir das mit den Panzern vor.


Indonesien besitzt eine Schlechte bis zu überhaupt keiner Infrastruktur. Die Konflikte in Papua, die unteranderem von den Grünen als Begründung vorgebracht werden, den Waffendeal nicht abzuschließen, da die Leopard 2 Panzer dort eingesetzt werden könnten, sind völlig falsch. Papua ist eines der Ärmsten Regionen Indonesiens. Es gibt so gut wie keine Infrastruktur. Weiterhin ist die Region von einem dichten Jungle bewachsen, wo kein 60 Tonnen schwerer Panzer durch kommt. Weiterhin dürfte Indonesien gar nicht in der Lage sein die Panzer von einer Insel zu einer anderen zu verschiffen, da dazu schon geeignete Schiffe fehlen.

Auch wenn man die Panzer auf der Hauptinsel Java stationieren würde, hätte man das Problem bei einem Konflikt nicht in der Lage zu sein die Panzer zu Ihrem Einsatzort in kürzester Zeit zu Transportieren.

Es hat wohl eher den Anschein, dass hier die Armee ihr Spielzeug braucht oder besser wie auch der Mittelstand zeigen möchte was man hat. Der Leopard 2 Panzer ist dann in diesem Sinne das Auto das bei einem Mittelständler sinnlos vor der Auffahrt auf die Nutzung wartet.

Ein weiteres Augenmarkt ist, dass Malaysia im Vergangenen Jahr ca. 100 T90 Panzer aus Polen inkl. Eines Ersatzteillagers erworben hat. Die indonesische Armee will natürlich nicht zurückstecken und will mit aller Gewalt gleichwertige Panzer vor der Haustür stehen haben.

Ich glaube schon, dass den Indonesischen Generälen bewusst ist, dass Sie mit dieser Investition kaum einen entscheidenden Vorteil erlangen, aber wie ist das bei Männern. Die brauchen eben Ihr Spielzeug!

Auch wenn ich diesen Waffendeal als Spielzeug sehe, würde ich diesen niemals zustimmen. Man weiß ja nie wie der Käufer die Waffe einsetzt. Auch wenn Indonesien, nun eine Demokratie ist, und auf dem besten Wege eine führende Rolle in Asien zu übernehmen, ist das Militär dennoch tief in der Regierung verwurzelt. Nächstes Jahr stehen Präsidenten Wahlen an alle 5 Bewerber sind Hochrangige Generäle, wie auch der bisherige Präsident, der nächstes Jahr nicht mehr Kandidieren darf!

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4 Kommentare zu “Was ist nun mit dem Panzerdeal?”
  1. man sieht, wie bekloppt manche sind-das >>Gesundheitswesen auf Null, schmutziges Wasser-Stromausfälle, aber Panzer kaufen- da sagte ein hoher BW Offizier: ja, in AFG kann man keine Loes einsetzen, die Strassen sind zu schlecht, der Mann war nie in Indonesien-gut wäre es, gleich 200 Strassenbaumaschinen mit zu kaufen, denn wo ein Leo fährt, gibts keine Strassen mehr!

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