Deutschland warnt Indonesien vor Hinrichtungen

Vorbereitung für die Hinrichtung zu 90% abgeschlossen


Diese Aussage muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Der indonesische Generalstaatsanwalt Mohammed Prasetyo erklärte diese auf einer Pressekonferenz.

Stellt sich natürlich die Frage was 10% da noch ausmachen. Muss das Erschiesungskommando noch die Schuhe putzen oder müssen die Patronen noch im Ausland geordert werden. Ich weiß das klinkt sarkastisch, dennoch ist die Taktik der indonesischen Regierung fragwürdig.

Trotz massiven Drucks insbesondere aus Brasilien, Australien und Frankreich lehnt der amtierende Präsident Joko Widodo alle diplomatischen Gnadenversuche ab, die zum Tode verurteilten zu begnadigen.

Natürlich kann es sein, das Indonesien eventuelle diplomatische Folgen, die die Ausführung der Todesstrafe zur Folge haben kann, überprüft. Man kann nur Hoffen, dass sich Indonesien gegen eine weitere Massenhinrichtung entscheidet und die Todesstrafe endgültig abschafft.

Mittlerweile gerät aber auch der australische Premier Abbott unter Druck. Immerhin ist sein heutige Justizminister Michael Keenan, damals zuständiger „Attorney General“, der höchste Staatsanwalt des Landes gewesen und damit allein Autorisiert gewesen, die Zusammenarbeit mit Indonesien zu koordinieren. Trotzdem den 9 Mitgliedern der Bali Neun die Todesstrafe drohte, gab der jetzige Justizminister die Informationen an die indonesische Regierung im Jahr 2005 weiter, die dann zur Verhaftung und Verurteilung der australischen Staatsbürger führte.

Australien hat wie die meisten Länder der Erde, die Todesstrafe abgeschafft. Wären die Informationen nicht nach Indonesien gelangt hätte die australische Polizei die Drogenhändler auf australischen Boden verhaften können.

Warum sich der jetzige australische Justizminister damals zu dem Schritt entschied blieb bisher unklar.

Er hält sich weites gehend im Hintergrund zu diesem Thema. Es würde wohl auch seiner politischen Kariere nicht gerade förderlich sein, wenn dazu jetzt eine Debatte in Australien in Bewegung geraten würde.

Der indonesische Präsident hingegen, versucht mit den Hinrichtungen und den damit verbundenen diplomatischen Debakel von seinen bisher spärlichen Leistungen abzulenken.

Bisher kamen weder außenpolitisch noch innenpolitische Akzente zum Vorschein, außer eben die Durchsetzung der Todesstrafe, für Drogenhändler!



6 Kommentar(e)

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.