Aceh will öffentliche Enthauptung einführen

Die autonome indonesische Region Aceh, in der als einzige Provinz in Indonesien die Scharia als Rechtssystem gilt, plant die Einführung von öffentlichen Enthauptungen als Abschreckung für Mord.

16.03.2018 Aceh will öffentliche Enthauptung einführen

Die indonesische Zentralregierung hat die Provinzregierung gewarnt, die Enthauptung als Strafe für Mord einzuführen. Eine solche Form der Todesstrafe könne nicht mit den geltenden nationalen Gesetzen in Eintracht gebracht werden.

Die Einführung der Enthauptung, die unter dem islamischen Recht als „Qisas“ oder „Vergeltungsgerechtigkeit“ bekannt ist, wird von der Regierung in Aceh in Erwägung gezogen. Man argumentiere, dass eine Enthauptung eine abschreckende Wirkung auf Mord haben könne.

Der indonesische Minister für Menschenrechte, Yasorna Laoly, äußerte sich in einer Pressekonferenz dahin gehend, dass im indonesischen Strafgesetzbuch, eine Hinrichtung nur durch ein Erschießungskommando und mit Anordnung der Generalstaatsanwaltschaft durchgeführt werden kann. Damit sei das Strafgesetzbuch höher, als ein nationales Gesetz was von einer Provinzregierung erlassen werde. Die Todesstrafe muss durch den Obersten Gerichtshof von Indonesien bestätigt werden und darf nicht durch Gesetze einer Provinzregierung allein vollzogen werden.

Amnesty International verurteilt den Plan von Aceh.

Aceh will öffentliche Enthauptung einführen

Aceh will öffentliche Enthauptung einführen

Der Leiter von Amnesty International Indonesia, Usman Hamid, forderte die Zentralregierung auf, alles zu unternehmen, damit Aceh ihre Pläne für die öffentlichen Enthauptungen fallen lässt. Das Argument, das eine öffentliche Enthauptung eine abschreckende Wirkung habe, könne nicht nachgewiesen werden.

An die Adresse der Provinzregierung von Aceh gerichtet sagte Usman, dass Aceh ihren autonomen Status nicht dazu verwenden sollte, um massive Menschenrechtsverletzungen zu begehen.

Aceh einzige Provinz in Indonesien, wo die Scharia als Rechtssystem anerkannt ist.

Bis zum großen Tsunami Weihnachten 2004, der in Aceh allein über 200.000 Todesopfer forderte, lag Aceh durch einen Bürgerkrieg am Boden. Rebellen kämpften für die Unabhängigkeit von Aceh. Die indonesische Regierung sendete Ihr Militär und es kam zu einem Jahrzehnte langen Bürgerkrieg, der Tausende von unschuldigen Opfern forderte.

Nach dem schweren Tsunami setzten sich beide Kriegsparteien an einen Tisch und handelten einen Friedensvertrag aus. Dieser sah vor, das Aceh eine autonome Region in Indonesien wird. Kurze Zeit später wurde die Scharia in Aceh als Rechtssystem eingeführt. Seitdem sieht man immer wieder öffentliche Auspeitschungen aufgrund banaler Straftaten. Auch Homosexualität und Sex vor der Ehe wird mit öffentlicher Prügelbestraft.

Man sollte aber nie vergessen, dass Aceh eine kleine Provinz ist und dieses menschenunwürdige Vorgehen nicht auf ganz Indonesien umzusetzen ist.

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