Update: Gefängnisrevolte auf Java ausgebrochen

In einem der größten Gefängnisse von Indonesien kam es gestern zu einer Gefängnisrevolte. In diesem Gefängnis verbüßt auch Ahok, der ehemalige Gouverneur von Jakarta, seine Zwei jährige Haftstrafe wegen Blasphemie (Gotteslästerung).

09.05.2018 Gefängnisrevolte auf Java ausgebrochen

Update: 11.05.2018 am Ende des Artikels

Indonesische Gefängnisse sind regelrecht überbelegt. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass es in Indonesien immer wieder zu Gefängnisrevolten kommt. Dieses Mal traf es eines der größten und sichersten Gefängnisse in ganz Indonesien. Das Mako Brimob Riot wird von einer Spezialpolizeieinheit  der National Police Mobile Brigade (Brimob) bewacht.

In diesem Gefängnis sitzen verurteilte Terroristen, aber auch Ahok der ehemalige Gouverneur von Jakarta, der wegen Blasphemie (Gotteslästerung) eine Zwei jährige Haftstrafe verbüßt. Ahok soll sicher sein und nicht von der Gefängnisrevolte betroffen sein.

Soziale Medien berichten von einem Befreiungsversuch gesteuert durch den IS!

Gefängnisrevolte auf Java ausgebrochen 7 Screenshot: Jakarta Post

Gefängnisrevolte auf Java ausgebrochen 7 Screenshot: Jakarta Post

In früheren Medienberichten, die sich auf Aussagen und Bilder aus den sozialen Netzwerken stützten, wurde von einer Schießerei berichtet, wo mehrere Personen der Anti-Terror-Einheit Densus 88 getötet worden sein sollen. Dieses stellte sich bisher als Propaganda radikaler islamischer Fundamentalisten heraus, die von einer Befreiungsaktion des IS berichteten.

Diese Meldungen wurden mittlerweile alle dementiert und die Polizei gab folgenden Sachstand bekannt!

Die Gefängnisrevolte begann gegen 19:30 Uhr und wurde von einem Gefangenen ausgelöst, der nach seinem Essen fragte, was ihm von einem Familienmitglied gebracht worden sein sollte. Angeblich wurde dieses Essen von einem anderen Polizist verwahrt, der derzeit nicht anwesend war. Dieser Gefangene habe andere provoziert und begann lautstark zu protestieren. Die aufgestachelten Häftlinge brachen mehrere Türen auf und nahmen dabei mehrere Polizisten als Geiseln.

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Die Geiselnahme soll immer noch andauern. Todesopfer wurden von der Polizei bisher nicht bestätigt.  Von der Gefängnisrevolte seien die Blöcke B und C betroffen. Die Polizei habe alle umliegenden Straßen gesichert, um Ausbrüche zu verhindern. Es ist bisher unklar, ob Insassen die Flucht gelungen ist. Bisher spricht die Polizei von zehn verletzten Polizisten, die in einem nahe gelegenen Krankenhaus behandelt werden.

Wer einmal einen Einblick in das Gefängnisleben in Indonesien haben möchte, den empfehle ich den folgenden Artikel.

Zwei Münchner hinter den Mauern des Paradieses


Hier berichten zwei deutsche Gefangene aus dem berüchtigten Knast Kerobokan auf Bali und veröffentlichen dazu Videos aus ihrem Leben. Bisher sind drei Videos auf Facebook und YouTube erschienen.


Update: 11.05.2018

Die Gefängnisrevolte wurde beendet. Nach den Ermittlungsergebnissen waren 150 Häftlinge an der Gefängnisrevolte beteiligt. Fünf Polizisten und ein Häftling wurden getötet. Insgesamt wurden 36 Waffen und Material zum Bombenbau sichergestellt.

Ob sich am Sicherheitskonzept für Gefängnisse was ändert bleibt offen.

Mittlerweile wurden 155 Häftlinge auf die Todesinsel Nusakambangan verlegt. Nusakambangan wurde bekannt, als vor einigen Jahren mehrere Ausländer die wegen Drogenhandels zum Tode verurteilt wurden, auf dieser hingerichtet wurden.

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