Verkehrsverstöße durch Abschaltung der Strom und Wasserversorgung ahnden


Ein hochrangiger Polizeibeamter von Jakarta machte in einer Pressemitteilung einen grandiosen Vorschlag! Wer seine Verkehrsverstöße nicht bezahlt, soll auch kein Strom und Wasser mehr haben!

Ihr merkt schon, das wird für mich persönlich wieder einmal ein lustiger Artikel. Dieser wird sich in die Reihen von Vorschlägen indonesischer Beamten einreihen, bei denen tatsächlich gelacht werden darf! Dort ist es ein Beamter vertreten, der Drogenkuriere durch Krokodile bewachen möchte. Und hier der Vorschlag Bußgelder durch Abschaltung der Strom und Wasserversorgung einzutreiben!

Indonesiens Behörden planen Drogengefängnis auf einsamer Insel

Nun auch dieser Vorschlag des stellvertretenden Chefs der nationalen Polizei, Comr. Gen Ari Dono Sukmanto wird wohl genauso in den Schubladen der Geschichte verschwinden wie viele andere Vorschläge auch. Aber schauen wir uns einmal an, was die neuesten Errungenschaften von Jakarta sind! Hier werden Verkehrsverstöße seit dem 1. Oktober durch Videoüberwachung verfolgt und geahndet. In der Presse lobbte man dieses System in den Himmel und versprach sich dadurch die endgültige Entlastung des täglichen Verkehrschaos von Jakarta!

Innerhalb der ersten 26 Stunden, als dieses neue Überwachungssystem aktiviert wurde, konnten 2.438 Verkehrsverstöße festgestellt werden. Ein Jubel geht durch die geplagten Verkehrsteilnehmer. Endlich hat Jakarta Geld um die maroden Nebenstraßen zu sanieren, damit sich der Verkehr aufteilt.

Leider hat man hier nicht bedacht, dass der größte Teil der Verkehrssünder sich weigern werde, ihr Bußgeld zu bezahlen!

Korruptionsgefahr verhindert, dass Polizisten das Bußgeld eintreiben!

So wurde jener Top-Polizist in der Jakarta Post wie folgt zitiert.

Wir können mit PLN (staatlicher Energieversorger) kooperieren und wenn die Verkehrssünder sich weigert zu bezahlen, wird ihnen der Strom- oder die Wasserversorgung abgestellt. Damit soll der Kontakt zwischen Verkehrssünder und Polizeibeamten minimiert werden, sagte er auf seinem offiziellen Twitter-Konto und verwies auf eine gängige Praxis, bei der man bei Verstößen nur Polizeibeamte bestechen muss, um von einer Geldstrafe befreit zu werden.

frei übersetzt Jakarta Post

Das muss man sich einmal auf der Zunge Zergehenlassen. Einer der höchsten Polizeibeamten von Jakarta hat in seine eigenen Polizisten kein Vertrauen, das diese Recht und Ordnung, umsetzen zu können! Gleichzeitig will er geltende Vertragsverhältnisse von Drittfirmen nutzen, damit der säumige Verkehrssünder den Kontakt mit der Polizei aufnimmt. Ich schüttel gerade mit dem Kopf, als ich diese Zeilen las und dabei kam mir ein Gerichtsurteil wieder in den Sinn, der in Indonesien die Wasserversorgung als ein Grund- und Menschenrecht einstufte. Säumige Zahler der Wassergebühren dürfen nicht mehr abgeschaltet werden. Hier übernimmt im Fall einer privaten Wasserversorgung die Kommune die Zahlungen!

Wie lässt sich dann so eine Forderung umsetzen, wenn das höchste Gericht in Indonesien urteilt, dass die Wasserversorgung ein Menschenrecht ist. Will die Polizei von Jakarta tatsächlich gegen Menschenrechte verstoßen?

Persönliches Fazit:

Selbstverständlich begrüße ich die Verkehrsüberwachung. Hier müsste die Polizei aber viel mehr präsent sein. Es dürfte ja kein Problem sein, wenn man Verkehrssünder überwachen kann, dass man dann auch die eigenen Polizisten überwacht und somit eine Korruption ausschließt. Wenn ein Polizeibeamter den Auftrag erhält, Bußgelder einzutreiben, dürfte es ja kein Problem sein festzustellen, ob der Sünder gezahlt hat oder nicht. Wenn nicht dann schicke ich noch einmal andere Polizisten vorbei, bis dieser zahlt.

Würde man in anderen Ländern das Fahrzeug vorübergehend Stilllegen, oder gar beschlagnahmen, will man in Indonesien den Strom und Wasserversorgung kappen. Es würde sich auch in Indonesien anbieten, mit privaten Parksystemen zusammen zuarbeit, die sowieso jedes Kennzeichen filmen! Oh ja, Jakarta könnte so Reich sein, wenn die Verkehrsüberwachung richtig funktionieren würde.

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