Indonesische Firma klagt gegen ihren Gläubiger


Manche Klagen in Indonesien klingen schon absurd. Dazu kommen noch Gesetze die einen immer mit einem Fuß im Gefängnis stehen lassen.

In der Vergangenheit häuften sich skurrile Klagen gegen ausländische Firmen. Da verlor IKEA, die rechte an ihrem Namen in Indonesien, was sich dann der Kläger mit Sicherheit gut bezahlen lies. Denn IKEA nutzt immer noch den alten Namen.

Erst in diesem Jahr wurde der Versicherer Allianz in Indonesien verklagt, da er angeblich Zusagen nicht eingehalten hätte. Während der Verhandlung wendete sich das Blatt zugunsten der Allianz. 

Jetzt traf es die Raiffeisen Bank international (RBI), die mit einer skurrilen Klage überzogen wurde. Hier fordert ein Schuldner der internationalen Bank in einer Klage 86 Millionen USD. Eingereicht wurde die Klage bei einem Gericht in Jakarta. Die Lippo Group, ehemals einer der größten Kunden, der RBI in Indonesien erhebt in Ihrer Klage, gegenüber dem RBI-Chef Johann Stroble vorwürfe „drohend und erpresserisch“, sich gegen die Lippo-Tochterfirma Internux, verhalten zu haben. 

RBI kontert mit Gegenklage in Singapur.

Die RBI hält die Vorwürfe, als haltlos und den böswilligen und vorsätzlichen Versuch von Internux ihrer rechtlichen Verpflichtungen sich zu entziehen. Der Oberste Gerichtshof von Singapur habe eine einstweilige Verfügung erlassen, wonach ein indonesisches Gericht für diesen Streit nicht zuständig sei.

Es geht um einen 50 Millionen USD Kredit, den die RBI im Jahr 2014 an die Internux vergeben habe. Bereits 2016 geriet Internux in Zahlungsverzug. Im August 2018 seien nach Aussage der RBI die Verhandlungen über die Rückzahlung des Kredites gescheitert. Die RBI wollte diesen Kredit an einen Investor weiterverkaufen.

Nach dieser Ankündigung des Verkaufes des Kredites preschte man von der Lippo-Group vor und behaupten jetzt, dass Führungskräfte der RBI den Ruf der Lippo-Tochter diffamiert hätten!

Welcher Geschäftsmann diffamiert einen Schuldner, wenn er die Change hat, den Kredit verkaufen zu können? 

Nun für mich persönlich, hat man hier von der indonesischen Seite wohl ehern Angst, vom Käufer des Kredites nicht mehr so mit Samthandschuhen angefast zu werden. Anders lässt sich diese skurrile Behauptung auch nicht erklären. Würde von seitens der RBI der Schuldner in Misskredit gebracht werden, würde wohl auch der Kredit Übernehmer vom Kauf des Kredites absehen. 

Letztendlich wird mit dieser Klage, die nun öffentlich geworden ist, die Lippo-Group sich wohl ehern ein Eigentor gezimmert haben. Wer wird wohl diesem Unternehmen in Zukunft noch finanzielle Mittel zur Verfügung stellen?

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