Ahok zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt

Eigentlich sah alles so aus, als nach der verlorenen Gouverneurswahl, Ahok mit einem blauen Auge davon kommt.

10.05.2017 Ahok zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt

Ahok wurde während des Wahlkampfes in Jakarta von islamischen radikalen Gruppierungen der Blasphemie (Gotteslästerung) beschuldigt. Er als Christ habe angeblich einen Koranvers falsch zitiert. Nach der verlorenen Stichwahl um das Gouverneursamt in Jakarta senkte die Staatsanwaltschaft ihr gefordertes Strafmaß auf eine Bewährungsstrafe. Der Richter sah hier doch keine Möglichkeit und setzte die Strafe auf 2 Jahre Gefängnis fest.

Empörung in der Welt

Ahok zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt

Ahok zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt

Bereits im Wahlkampf sprachen viele ausländische Medien ihre Besorgnis über die wachsende Einflussnahme radikaler islamischer Kräfte aus. Als der aufgestellte Kandidat dann haushoch verlor, kochte ein Hoffnungsschimmer auf. In der Stichwahl trat dann Ahok ein Christ mit chinesischen Wurzeln gegen Anies ein etwas gemächlicher islamischer Kandidat an. Ahok bekam nur 43 % der Stimmen, nachdem aus radikal islamischen Kreisen Drohungen gegen Ahok Wähler ausgesprochen wurden.

Die Staatsanwaltschaft nahm ihr beantragtes Strafmaß nach der verlorenen Wahl zurück und forderte jetzt nur noch eine Bewährungsstrafe. Ein Außenstehender würden hier gleich die Gedankenblitze durch den Kopf schießen, dass dieses Gerichtsverfahren nur zur Wahlentscheidung inszeniert wurde.

Der Richter hatte kein Mitleid und verurteilte Ahok zu 2 Jahren Gefängnis. Die Verteidigung kündigte an, gegen dieses Urteil in Berufung zu gehen.

Kurz nach der Urteilsverkündung überschlugen sich die internationalen Pressen. Der Spiegel schrieb. Die Richter haben sich dem Druck der Straße gebeugt. Fokus titelte: Ein “neuer trauriger Höhepunkt der religiösen Intoleranz” 

Amnesty International fordert die Rücknahme des Gesetzes und Freiheit für Ahok

Dieses Urteil zeigt die religiöse Ungerechtigkeit in Indonesien, so Amnesty International. Seitdem Jokowido als Präsident tätig ist, sprangen die Klagen wegen Blasphemie von damals 10 bei seinem Vorgänger auf 106 Verurteilungen an. Man fordere unverzüglich des aus dem Jahr 1965 stammenden Gesetzes.

Auch die ASEAN Gemeinschaft sei besorgt

Auch hier betonte man das Unverständnis des Urteils, insbesondere nach dem die Staatsanwaltschaft die Hauptschuld fallen gelassen hat. Man sehe eine Gefahr für Indonesien, in Zukunft religiös Toleranz aufzuzeigen.

Was denke ich darüber

Für mich ist schon das Bestehen eines solchen Gesetzes in einem Land, was sich für die religiöse Vielfältigkeit ausspricht, ein reines Nonsens. Wie kann ein Christ einen anderen Gott beleidigen, wenn dieser an den überhaupt nicht glaubt. Wie kann man auf Grundlage eines religiösen Buches, was selbst bei den Gläubigen dieser Religion immer wieder anders ausgelegt wird, verurteilt werden, nur weil man ein Zitat interpretiert.

Der urteilende Richter hat wohl Indonesien mit seinem Urteilsspruch, was gegen den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgeht, dem Land Indonesien nicht gerade einen guten Dienst erwiesen. Man kann nur hoffen, dass die nächste Instanz das Urteil abändert. Für Indonesien wird es aber wohl oder übel ein angeheftetes Makel bleiben. So sieht in meinen Augen keine Religionsfreiheit aus.

Gott schütze Ahok und seine Familie im Kampf gegen diese Ungerechtigkeit.