20.04.2011 BSD-City

Auto fahren in Indonesien leichter als gedacht

Ohne Worte - Ohne Helm und dann noch zu viert

Ohne Worte - Ohne Helm und dann noch zu viert

Seit Januar bin ich Teilnehmer am Chaos Verkehr von Indonesien. Eigentlich hatte ich am Anfang ein mulmiges Gefühl, wenn ich ans Autofahren dachte.

Grund dafür war einerseits der Linksverkehr und andererseits der katastrophale Verkehr.

Aber wie heißt es immer – man gewöhnt sich an alles.

Die Beschilderung und Fahrbahnmarkierungen, sind insbesondere in Jakarta mehr als dürftig, wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich ohne mein Navi so manches Ziel überhaupt nicht erreicht hätte. Leider ist das Navi, nicht wie gewöhnlich aufgebaut. Wenn man in Jakarta ein Ziel eingibt, gibt es die Stadt Jakarta gar nicht. Man benötigt dazu den Stadtteil oder die PLZ. Hat man diese, ist es kein Problem an sein Ziel zu kommen, auch wenn ab und zu Straßenführungen geändert werden.

In Jakarta gibt es Straßen, wo man nur zu bestimmten Zeiten nur mit 3 Mann im Auto fahren darf. Leider kann man dem Navi nicht sagen, das man nur zu zweit unterwegs ist und deshalb da nicht langfahren darf. Fährt man von dieser Straße runter, will das Navi  trotzdem  immer wieder auf diese Straße zurück. Wenn die Polizei einen erwischt wird kostet das 250.000 Rp (ca. 20 €). Dieses ist mir letztens passiert, was aber ohne Zahlung abgelaufen ist.

Jeder fährt wie er will.

Von Vorfahrtsregeln habe ich hier noch nichts gesehen. Jeder fährt wie er will. Lichthupe bedeute nicht etwa ich lass dich rein, sondern „Freundchen für dich bremse ich nicht“. Wenn man wartet, dass einer mal so freundlich ist, einen auf eine vielbefahrenden Straße rein zulassen, täuscht sich. So muss man sich diese regelrecht erzwingen. Was bedeutet, dass man immer weiter langsam vorfährt, bis die kommenden Autos keinen Platz mehr haben vorbei zufahren. Damit wäre die erste Hürde geschafft. Dasselbe Spiel macht man dann noch mit den Mopeds, die wohl der Fluch in Jakarta sein.

Die Hupe das wichtigste Instrument am Fahrzeug.

In Jakarta braucht man teilweise die Hupe mehr als die Bremse und das Gaspedal zusammen ;-). Aus drei Fahrspuren werden teilweise 5 gemacht, sodass es so eng vorgeht, das man seinen Nachtbarn warne muss, wenn er doch zu nahe kommt. Zum Chaos kommen dann noch die Mopeds hinzu, die davon ausgehen, sie sitzen in einen Sicheren Käfig. Die fahren da wo Platz ist und man gewöhnt sich schnell an, möglichst nur auf einer Seite Platz zu lassen, denn sonst überholen die bei jeder Geschwindigkeit rechts und links.

Die Microbusse, der Fluch eines jeden Autofahrers

Ein Bus überladen, wo selbst auf dem Dach Passagiere platz nehmen

Ein Bus überladen, wo selbst auf dem Dach Passagiere platz nehmen

Microbusse, eigentlich jeder Bus lässt einen Autofahrer verzweifeln. Die Microbusse, halten immer und überall auch mal mitten auf der Straße, damit man nicht mehr vorbeikommen kann. In BSD-City gibt es eine Stelle, da wurde beim ITC eine Haltestelle durch die Polizei eingerichtet, indem man mit Poller eine Spur abgrenzte. Aber denkt man die Microbusse fahren da lang und halten „NEIN“, die stehen zu zweit noch rechts neben dieser Begrenzung sodass von 5 Fahrspuren hinter einer Kurve dann nur noch zwei verfügbar sind, was zur Folge hat das der Verkehr sich wieder zu stauen beginnt und das Unfallrisiko steigt. Man ist immer froh wenn man so einen Bus hinter sich gelassen hat.

Eine weitere Katastrophe sind große Busse auf der Autobahn. Die Fahren so als gehören diese Ihnen. Die wechseln die Spur, da wo der Bus reinpassen könne, egal bei welcher Geschwindigkeit. Ich habe in den 3 Monaten, die Regelmäßig nach Jakarta fahre schon 5 Busunfälle gesehen. Die Polizei interessiert sich für solche Busse nicht, ich gehe davon aus sie wissen, dass die Fahrer kein Geld haben. Sehen die aber ein Auto von dem man ausgehen kann das der Fahrer Geld besitzt und die Polizei sieht noch dazu ein Vergehen, wird dieser sofort verfolgt.

Es gibt sogar den Grünen Abbiegepfeil:

Ja ich habe einen in BSD-City gesehen, wobei dieser eigentlich nutzlos ist, da so wie ich bisher mitbekommen habe, Linksabbieger an einer Ampelkreuzung immer fahren dürfen. Obwohl hier für Rechtsabbieger extra eine Spur und eine Ampel existieren, wird meistens die komplette Fahrspur mit Rot gekennzeichnet. So kann es sein das der Gegenverkehr fährt und man noch 2 min warten darf, bis der Gegenverkehr Rot hat. Irgendwie haben die hier in Indonesien den Sinn einer Ampelkreuzung nicht verstanden.

Fazit für mich

Mit einer aggressiveren Fahrweise kommt man hier einigermaßen gut durch den Verkehr. Mit dieser Fahrweise würde mein Punktekonto in Deutschland überquellen und meine Brieftasche leer sein ;-). Erstaunlicherweise habe ich nach 5.500 Km erst zwei Kratzer an der vorderen linken Schürze. Beide stammen von Mopedfahrern. Wobei der eine ein Abdruck eines Auspuffes ist, der sich in den Lack und Plaste eingebrannt hat.

Ein Mopedfahrer überholt links und muss bei 20 -30 Km/h unbedingt auf die rechte Seite wechseln wollen, ohne zu beachten, dass er mich gerade rechts überholt hat. Er legte sich hin, stand auf setzte sich auf sein Moped und fuhr weiter. Nachschauen konnte ich nicht, da ich nicht austeigen konnte. Rechts und links war alles dicht und max. 20 – 30 cm Platz. Zu Hause angekommen war ich schon ein wenig darüber verärgert. Na ja bei der nächsten Durchsicht bei 10.000 km wird der Schaden behoben.

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