Comic Zeichner verliert Job


Einer der wohl bekanntesten Comic Zeichner aus Indonesien, Ardian Syaf wurde wegen versteckten politischen und religiösen Botschaften, in seinen Zeichnungen, gekündigt.

16.04.2017 Comic Zeichner verliert Job

Der beim amerikanischen Marvel-Verlag unter Vertrag stundende Ardian Syaf, versteckte geheime Botschaften mit Bezug auf die in Jakarta stattfindende Gouverneursstichwahl. Hier wird seit Monaten aus muslimischen Kreisen dem Amtierenden und mit größter Wahrscheinlichkeit wieder gewählten Gouverneur Ahok eine Schlammschlacht ausgetragen. So fanden im letzten Jahr mehrere Großdemonstrationen, die von radikalen Islamischen, insbesondere der FPI, angeführt wurden.

Man warf Ahok Blasphemie (Gotteslästerung) vor, da er angeblich einen Koranvers falsch interpretiert hatte.

X-Man Figur trägt T-Shirt mit der Aufschrift QS: 5:51

Politisch religiöse Anspielungen im neusten X-Men Buch/ Foto: Wikipedia

Politisch religiöse Anspielungen im neusten X-Men Buch/ Foto: Wikipedia

Im linken Bild sieht man eine Anspielung auf die von der FPI inszenierte Großdemonstration, die am 2. Dezember 2016 stattgefunden hatte. Das Haus trägt die Zahl 212 und ein Mann rechts unten trägt die Zahl 51. Dieses wird dann im rechten Bild verdeutlicht. Dort trägt ein Mann die Aufschrift QS 5:51. Dieses ist eine Anspielung auf die Sure 5, Vers 51 des Korans. Genau jenem Vers wirft man dem amtierenden Gouverneur vor, falsch interpretiert zu haben.

Übersetzt heißt es in dem Vers: „Ihr, die ihr glaubt: Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden!“ Anstatt Freunden wird auch die Übersetzung „Führer“ oder „Schutzherrn“ verwendet. Ahok äußert sich dahin gehend, dass es Muslimen ja eigentlich verboten sei, einen Christen als Gouverneur zu wählen und spielte damit auf den religiösen Einfluss auf die Politik an.

Aufschrei insbesondere in Jakarta war groß

Manche deuteten sogar einen versuchten Einfluss auf die indonesische Politik durch den US Verlag Marvel. Ahok hat in Jakarta gute Chancen, wieder gewählt zu werden. Der von den radikalen Muslimen unterstützte Anwärter verlor bereits bei der ersten Wahl und gab seine Niederlage zu. Nun versucht man mit allen Kräften die Wiederwahl von Ahok zu verhindern, in dem man seinen verbliebenen politischen Gegner unterstützt. Der Erscheinungstermin des Buches mit den versteckten politischen und religiösen Botschaften so kurz vor den Wahlen brachte den Verlag Marvel in Bedrängnis.

Verlag Marvel distanzierte sich von dem Comiczeichner und setzte ihn auf die Straße

Marvel machte das einzig Richtige und kündigte den Vertrag mit Ardian Syaf fristlos. Politische und religiöse Hassbotschaften haben in einem X-Men Buch nichts zu suchen.

In einer Pressekonferenz gab Ardian Syaf das Ende seine Karriere bekannt. Wortwörtlich erklärte er am Dienstag: „Meine Karriere ist vorbei. Das ist die Folge meines Handelns. Und ich stehe dazu.“

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