Wieder öffentliche Auspeitschung in Aceh / Screenshot: focus.de

Wieder öffentliche Auspeitschung in Aceh


Trotz neuer Gesetzgebung, dass öffentliche Auspeitschungen nicht mehr erlaubt sind, halten sich kleine islamische regionale Politiker nicht an diese Bestimmungen!

Vor ein paar Monaten lenkte die autonome Provinzregierung ein und gab ein neues Gesetz heraus, was öffentliche Auspeitschungen von Verurteilten untersagte. Diese sollten nun hinter den Gefängnismauern verprügelt werden und nur vor ausgewähltem Publikum!

Die Aussage der Provinzregierung lautete damals, man wolle Kindern vor dem Anblick dieser Folterung schützen. Der Druck kam damals von der Zentralregierung in Jakarta, die aufgrund der negativen Presse einen Imageschaden für Indonesien sah.

Internationale Presse berichtet über Prügelstrafe und bezieht diese auf ganz Indonesien

Die Scharia, auf die sich diese Prügelstrafe beruft, die ich persönlich als Folter ansehe, wird nur in der nördlichsten Provinz Aceh angewendet. Nach einem jahrelangen blutigen Bürgerkrieg für die Unabhängigkeit von Aceh kam es nach dem verheerenden Weinachtstsunami zu einem Friedensvertrag. Der Provinz Aceh wurde weitestgehend Autonomie zugesprochen. Aceh führte darauf hin die islamische Scharia als Rechtssystem ein.

Urteile und Strafen werden seitdem nach dem islamischen Rechtsverständnis ausgeführt. Dazu zählt auch die Prügelstrafe.

Insbesondere geht man gegen sexuelle Kontakte außerhalb der Ehe vor

Da reicht es schon, wenn ein nicht verheiratetes Paar Händchenhalten, von der Schariapolizei erwischt wird. So gab es auch bereits religiöse Forderungen an Gastronomen, dass diese dafür sorgen müssen, dass nur verheiratete Paare gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Dieses Mal wurden sechs Paare wegen außerehelichen Sex zu 17 bis 25 Stockschlägen verurteilt. Zwei Frauen brachen durch die Schläge zusammen und mussten von der Schariapolizei zurück in das Gefängnis getragen werden. Den Verurteilten droht nun nach der Prügelstrafe noch eine mehr monatige Haft.

Gegenüber den Medien äußerte sich der Leiter der Sittenbehörde dahin gehend, dass es mehr um den abschreckenden Effekt geht. Der Schmerz der Schläge sei nicht so schlimm, wie die Peinlichkeit der Strafe, öffentlich geschlagen zu werden.

Da frage ich mich doch, wenn es nicht wehtut, warum lässt sich dieser Leiter der Sittenbehörde nicht selbst tagtäglich mit dem Rohrstock verprügeln. Mir kommt es ehern vor, dass insbesondere alte Männer ihre Macht demonstrieren wollen und sich an dem Schmerz anderer ergötzen wollen. Wer weiß, wer bei denen zu Hause die Pantoffeln anhat!

Man darf nur hoffen, dass die internationalen Medien, weiter über solche Menschenrechtsverletzungen im Namen einer Religion berichten und die Regierung von Indonesien hier zum Einschreiten animiert.



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