Indonesien – ein Inselreich erobert die Welt

Analysten und Marktforscher trauen dem Land in den nächsten Jahren ein hohes Wachstum zu. Anleger können mit ausgewählten Produkten davon profitieren. Die Schattenseite: Inflation. von Christian Ingerl

Asien gilt als der Wachstumskontinent schlechthin. Allerdings ist die Region differenziert zu betrachten, nicht alle Volkswirtschaften sind gleich weit entwickelt und auch politisch stabil. Die Experten der japanischen Bank Nomura bescheinigen vor allem Indonesien eine rosige Zukunft. Der größte Inselstaat der Welt verfügt über eine starke Währung, Rohstoffe und eine junge Bevölkerungsstruktur. Die Regierung in Jakarta hat ein Reformpaket geschnürt, das weiteres Wachstum fördern soll.
Die Wirtschaft hat zwischen 2001 und 2010 ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 5,2 Prozent erzielt. Die Experten von Nomura trauen Indonesien in den kommenden fünf Jahren ein Plus von im Schnitt sieben Prozent zu. Hinzu komme eine steigende Währung, die bis 2014 um 15 Prozent aufwerten soll.
Damit werden die Waren für den Endverbraucher günstiger, was für den Binnenkonsum wichtig ist, denn rund 60 Prozent der Wirtschaftsleistung entfallen auf den Eigenverbrauch. Nach Untersuchungen der Investmentgruppe CLSA steigen die Konsumausgaben in den asiatischen Schwellenländern bis zum Jahr 2015 von 2900 Mrd. auf 5100 Mrd. Dollar. Dabei entfallen rund 90 Prozent der Ausgaben auf China, Indien und Indonesien.
Schattenseite Inflation
Das Marktforschungsunternehmen PwC sieht Indonesien 2050 sogar in einer Liga mit Deutschland. In ihrer Studie „Neue Wirtschaftsordnung 2050“ schafft die Insel den Sprung in die Top Ten der Länder mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt. Indonesien würde dann nur knapp hinter Deutschland und Großbritannien liegen.

Ausgewählte Indonesien-Investments

Name ISIN Produkt Emittent TER* Laufzeit
MSCI Indonesia TR** LU0476289623 ETF DB X-Trackers 0,65 % unbegrenzt
L1 Equity Indonesia LU0291299674 Fonds BNP Paribas 2,13 % unbegrenzt
MSCI Indonesia DE000AA2XKF3 Zertifikat RBS 21.12.12

*) Total Expense Ratio (Gesamtkostenquote); **) TR = Total Return; Stand: 29.6.2011; Quelle: Emittentenangaben

Auch der legendäre Erfinder von „Bric“ und „Next Eleven“, Jim O’Neill, traut dem Land viel zu. „Ausgehend von seiner aktuellen Position könnte Indonesien das höchste Wachstum unter den Next-Eleven-Volkswirtschaften erreichen“, schreibt O’Neill in seinem jüngsten Strategieausblick.
Starkes Wachstum hat meist aber auch eine Schattenseite: Inflation. Aktuell liegt die Teuerung bei sechs Prozent. Allerdings sieht der Entwicklungsplan der Regierung eine deutliche Eindämmung des Inflationsdrucks vor. 2014 sollen die Preise noch in einer Range von 3,5 bis 5,5 Prozent zulegen. Sollte das gelingen, würde dies wiederum der Notenbank Spielraum geben. Nomura geht davon aus, dass die Zinsen bis 2015 von derzeit 6,75 auf 5,5 Prozent sinken werden.
Börsianer wissen: Fallende Zinsen gehen in der Regel mit steigenden Aktienkursen einher. Das Angebot an Anlageprodukten ist zwar nicht üppig, hat aber für jeden Typ etwas zu bieten. So können Anleger beispielsweise mit einem ETF der Deutschen Bank auf den Aktienindex MSCI Indonesia setzen.
Das ist kostengünstig und aufgrund der breiten Diversifikation auch risikomindernd. Aktuell sind in dem Index 24 Titel enthalten, am stärksten vertreten ist die Finanzbranche. Der MSCI Indonesia wird vierteljährlich überprüft und neu gewichtet. Entscheidender Vorteil für die Performance: Dividenden werden reinvestiert.

Wer nicht nur am Benchmark-Index kleben will, sondern sich die Chance auf eine Outperformance erhalten möchte, kann auf einen aktiv gemanagten Fonds ausweichen. Etwa auf den L1 Equity Indonesia von BNP Paribas, der auf Jahressicht um knapp 20 Prozent zugelegt hat. Bei einer so guten Entwicklung ist auch die deutlich höhere Kostenquote im Vergleich zum ETF leicht zu verschmerzen.
Sicherheitsbewusste Anleger können mit einer Teilschutzabsicherung in den indonesischen Aktienmarkt einsteigen. Ein Bonuszertifikat der Royal Bank of Scotland (RBS) auf den MSCI Indonesia räumt dem Basiswert einen Puffer von 22,8 Prozent ein. Bleibt die Barriere unversehrt, ist Ende kommenden Jahres mindestens die Bonusrendite von 15,8 Prozent sicher. Steigt der Index über dieses Level hinaus, partizipieren Inhaber des Zertifikats eins zu eins.

Originalbericht: ftd.de

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