Sie haben es getan! Indonesien tötet 8 Menschen

Kurz nach Mitternacht wurden acht Menschen von Indonesien getötet! Trotz internationalen Druck und Hinweise des UN Generalsekretärs, dass es sich bei dieser Hinrichtung um ein internationales Fehlverhalten handelte, lies der Präsident die Zeit verstreichen, um Gnade vor Recht walten zu lassen.

Kurz vor der Ausführung der Hinrichtung, wurde die Hinrichtung der Philippinerin Mary Jane Fiesta Veloso ausgesetzt.

Hier wurde in den letzten Tagen öffentlich, dass ihr bei Ihrer Gerichtsverhandlung kein Übersetzer zur Verfügung gestellt wurde.

Offiziell wurde der Presse mitgeteilt, dass Mary Jane Fiesta Veloso ein wichtiger Zeuge für einen Menschenhandels Prozess der auf den Philippinen geführt werden, sei. Der Präsident der Philippinen habe deswegen gebeten, die Hinrichtung bis zur Zeugenbefragung auszusetzen.

Naja hier sollte wohl jeder sich sein eigenes Bild der Wahrheit machen!

Foto: Holger Knecht  / pixelio.de

Foto: Holger Knecht / pixelio.de

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Bertholt Brecht

Was ist die Wahrheit?

Die vom Gericht festgelegte, oder diese hier:


 

Von Indonesien getötet am 29.04.2015 – RIP

Zainal Abidin

Zainal Abidin, 50, Indonesia

Im Dezember 2000 saß Zainal Abidin in seinem bescheidenen Haus in Palembang, in der Provinz Süd-Sumatra, als zwei Freude von Ihm an seine Tür klopften. Die beiden Freude baten um ein Nachtlager. Sie brachten mehrere große Jutesäcke mit, wo Zainal Abidin annahm es handelte sich um Reissäcke. Dieses gab er auch vor Gericht an.

In der Nacht stürmte die Polizei sein Haus und es wurden 129 Pfund Marihuana in den Säcken gefunden.

Die Polizei, hatte einen der beiden Freunde beim Verkauf einer kleinen Menge Marihuana auf der Straße festgenommen.

Dieser Freund gab dann im Verhör zu Protokoll, dass Zainal Abidin der Anführer sei und in seinem Haus das Lager versteckt war.

Im Jahr 2001 wurde Zainal Abidin für Schuldig befunden und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Ob er selbst oder die Staatsanwaltschaft in Berufung ging ist unklar, jedenfals berichtet die Quelle, siehe Unten, dass im gleichen Jahr vom Hohen Gericht in Süd-Sumatra das Urteil aufgehoben wurde und in einer neuen Verhandlung die Todesstrafe verhängt wurde.

In der Gerichtsverhandlung argumentierten die Anwälte insbesondere, auf dass nicht vorhandende Vermögen des Angeklagten. Er betreibe eine kleine Möbelfabrik und hätte gar nicht die Mittel diese Menge Marihuana zu kaufen. Der Richter wies diese Argumente als Haltlos zurück und unterlies eine Überprüfung dieser Aussage.

Der Freund von Zainal Abidin der beim Verkauf des Marihuana erwischt wurde und den Zainal Abidin belastete bekam 20 Jahre. Der andere Freund 4 Jahre Gefängniss.

Beide Freunde sind mittlerweile aufgrund von Amnestien auf Freiem Fuß!

Herr Zainal Abidin wurde heute durch ein Erschießungskommando hingerichtet!

Der Anwalt von Zainal Abidin, bekundete bis zum Schluss die Unschuld seines Mandanten. Er wurde von seinen Freunden hereingelegt und nur verurteilt, da er der Hausbesitzer war.

Weiterhin bekundete der Anwalt mehrfach, dass das Verfahren gegen seinen Mandanten fehlerhaft war, weil der oberste Gerichtshof eine Überprüfung des Urteiles bis zum Jahr 2005 nicht durchführte. Seine erneut gestellte Überprüfung wurde wegen der Nichteinhaltung der Frist abgewiesen.

Zitat: http://www.nytimes.com/interactive/2015/04/24/world/asia/indonesia-executions.html

So starb Herr Zainal Abidin heute durch die Kugel. Nur weil er zwei Freunden vertraute und ihm ein Nachtlager anbot und weil das Oberste Gericht nicht fristgerecht auf Überprüfungsanträge reagierte!

Ob der Indonesische Präsident diese Geschichte kennt?


Andrew ChanAndrew Chan, 31, Australia

Andrew Chan ist das Kind von Chinesischen Einwanderer und kam frühzeitig mit Drogen in Berührung.

Seine Familie betreibt in Australien ein China-Restaurant, wofür sich Andrew nicht richtig begeistern konnte.

Mit 16 Jahren verließ der die High School ohne Abschluss. Danach experimentierte er mit Drogen und kam mehrmals mit dem australischen Gesetz in Konflikt.

Im Jahr 2005 wurde Andrew Chan und acht weitere Australier bei dem Versuch Drogen aus Indonesien nach Australien zu bringen im Flugzeug verhaftet. Der Tipp kam von australischen Behörden und wurde damals von dem jetzigen Justizminister von Australien genehmigt. Warum man damals nicht die Einreise der Jugendlichen abwartete und diese in Australien verhaftete ist in den letzten Wochen stark in Australien diskutiert worden.

Andrew Chan und Myuran Sukumaran auch aus Australien, wurden als Rädelsführer zum Tode verurteilt. Die anderen der als die Bali 9 in die Geschichte eingegangenen sieben Australier wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Andrew Chan gestand sein Verbrechen ein und konvertierte im Gefängniss zum Christentum. Er leitete verschiedene christliche Gruppen und war bei Problemen für andere Gefängnisinsassen ein Ansprechpartner.

Er galt als Resozialisiert.

Trotz intensiven politischen Einwirken und Angeboten, die Kosten für die lebenslange Haft von Andrew Chan und Myuran Sukumaran durch Australien zu übernehmen, wurde dieser am 29.04.2015 durch Indonesien hingerichtet!


Myuran SukumaranMyuran Sukumaran, 34, Australia

Myuran Sukumaran feierte auf Bali seinen 24. Geburtstag, als er gemeinsam mit Andrew Chan planten auf dem Rückflug von Bali nach Australien mehrere Pfund Heroin aus Indonesien zu schmuggeln.

In ein einem seiner letzten Fernsehinterview sagte er „ Wie dumm ich damals war“. Das schnelle Geld lockte und er hatte gehofft mit dem Geld aus dem Verkauf des Heroin ein Unternehmen gründen zu können.

Im Gefängnis begann er zu malen. Seine Bilder wurden auf der ganzen Welt bereits ausgestellt. Er gab Kurse im Malen für andere Insassen und half damit den Wachen und der Gefängnisleitung.

Er galt als Resozialisiert.

Trotz intensiven politischen Einwirken und Angeboten, die Kosten für die lebenslange Haft von Andrew Chan und Myuran Sukumaran durch Australien zu übernehmen, wurde dieser am 29.04.2015 durch Indonesien hingerichtet!


Rodrigo GularteRodrigo Gularte, 42, Brazil

Rodrigo Gularte war ein begeisterter Surfer aus Brasilien.

Er wurde 2004 verhaftet, als er versuchte, in mehreren Surfbrettern 13 Pfund Kokain in Indonesien einzuschmuggeln.

2005 wurde er dafür zum Tode verurteilt.

Seine Anwälte sagten das Rodrigo Gularte, niemals in einem Gerichtssaal war! Mehrere Ärzte aus Indonesien und Brasilien bestätigten, dass Rodrigo Gularte an Schizophrenie und bipolaren Störungen im fortgeschrittenen Stadium leide.

Das indonesische Strafrecht verbiete die Verfolgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und erfordert stattdessen, die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung an!

Die seit März 2015 zuständige Rechtsanwalt, gab vor der Presse an, sie wisse nicht einmal wer Rodrigo Gularte als Anwalt vor einem Gericht vertreten hätte und ob Rodrigo Gularte jemals auf seinen Geisteszustand vor dem Gericht untersucht wurde.

Im Alter von 16 Jahren wurde bei Rodrigo Gularte Schizophrenie diagnostiziert!

In keinem Gerichtsprotokoll der Verhandlung gab es Hinweise auf einen Anwalt, oder das Rodrigo Gularte persönlich aussagte, dennoch wurde dieser zum Tode verurteilt!

Der zuständige Generalstaatsanwalt im Jahr 2015 gab an vor kurzem eine zweite Meinung eines Polizei Psychiaters eingeholt zu haben, und dieser diagnostizierte, dass Rodrigo Gularte Geistig Fit sei. Der Generalstaatsanwalt hatte jedoch weder, die neue psychiatrische Untersuchung veröffentlicht, oder diese dem Anwälten zur Verfügung gestellt?

Ein zuständiger Brasilianischer Beamter gab unter Anonymität an, dass Rodrigo Gularte gar nicht den Ernst der Lage verstehe!

„Er denkt nicht, er wird sterben“, sagte dieser Beamte, vor seiner Hinrichtung!

Zitat: http://www.nytimes.com/interactive/2015/04/24/world/asia/indonesia-executions.html

Da frage ich mich doch schon welche Informationen der Präsident bei den Gnadengesuchen erhalten hatte. Wenn ein Psychisch Kranker nicht verurteilt werden kann warum wurde dieser dann Hingerichtet?

Wie kann es sein das ein Angeklagter selbst nie im Prozess erscheint und auch nirgends etwas von einer anwaltlichen Vertretung in den Prozessakten erkennbar ist?


Silvester Obiekwe NwoliseSilvester Obiekwe Nwolise, 47, Nigeria

Silvester Obiekwe Nwolise, liest sich wie eine standardisierte Geschichte für Drogenkuriere.

Er war in Lagos, Nigeria Arbeitslos und wurde mit dem Versprechen auf Jobs und gute Löhne nach Pakistan gelockt.

In Pakistan bekam er aber keinen Job und als das Geld knapp wurde bot man ihm an einen Auftrag übernehmen zu dürfen und Ziegenhorn Pulver nach Indonesien zu bringen. Man sagte ihm er müsse die Kapseln schlucken, da man keine Steuern zahlen möchte.

In Jakarta wurde Silvester Obiekwe Nwolise im Jahr 2001 bei der Einreise nach Indonesien in Jakarta auf dem Flughafen verhaftet. Durch röntgen wurden die Kapseln gefunden. Insgesamt hatte er 2,6 Pfund Heroin geschmuggelt.

Während des Prozesses wurde Silvester Obiekwe Nwolise kein Übersetzer durch das Gericht gestellt und so konnte er sich nicht mit seinem Anwalt verständigen! Dieses gab seine Frau bei einer Befragung an. Weiterhin sagte sie, dass ein Vermittler des zuständigen Richters ihn aufsuchte und ihm Anbot für 200.000.000 Rp (ca. 14.033 €) ihn zu einer Gefängnisstrafe, anstatt zum Tode zu verurteilen. Er war nur ein armer Kurier und hatte das Geld nicht.

Silvester Obiekwe Nwolise Frau ist Indonesierin und lebt in Nigeria. Ihren beiden gemeinsamen Kindern erzählte sie das ihr Vater in einem anderen Land in einem Büro arbeitete und deshalb sie nicht besuchen kann.

Im Januar 2015 beschuldigte die Polizei, Silvester Obiekwe Nwolise aus dem Gefängnis heraus ein Drogensyndikat zu leiten. Dieses kam genau zu diesem Zeitpunkt, als seine Frau an die Öffentlichkeit trat.

Trotz mehrmaliger Zellendurchsuchung wurde bei ihm aber nie Drogen gefunden. Seine Mitgefangenen waren deshalb sehr sauer aufgrund der ständigen Durchsuchungen. Ob es zu tätlichen Übergriffen kam ist nicht bekannt.

Auch hier wieder kein Übersetzer und somit unzureichende Rechtsvertretung. Was nutzt ein Anwalt, wenn dieser mich nicht verstehen kann.

Auch das Thema Korruption von Richtern, die Urteile abhängig machen von eine großen Geldsumme. In Indonesien scheint das die Antikorruptionbehörden wenig zu interessieren. Korrupte Richter gibt es oder besser gesagt darf es in Indonesien nicht geben!


Jamiu Owolabi AbashinJamiu Owolabi Abashin, 50, Nigeria

Jamiu Owolabi Abashin lebte auf den Straßen von Bangkok / Thailand als er im Jahre 1998 von einem Kerl angesprochen wurde der Mitleid mit ihm zu haben schien. Er versprach ihm einen simplen Job und bot ihm 400 US$ an, wenn er ein Paket nach Surabaya, Indonesien bringe. In dem Paket sollten nach Aussage des neuen Freundes, Hemden und Hosen für seine Frau befinden, die sich zur Zeit dort befindet.

Jamiu Owolabi Abashin willigte ein und reiste nach Surabaya. Auf dem Flughafen von Surabaya wurde er verhaftet. In dem Paket befanden sich12 Pfund Heroin. Weiterhin wurde die Nutzung eines gefälschten spanischen Passes zum Verhängnis.

1999 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, die im Berufungsverfahren auf 20 Jahre reduziert wurde. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein und Jamiu Owolabi Abashin wurde vor dem obersten indonesischen Gericht zum Tode verurteilt!

In den meisten Ländern gilt das Recht, dass gefällte Urteile nicht verschärft werden können so nicht in Indonesien. So wurde ein Deutscher Drogenkurier erst zu 12 Jahren im Berufungsverfahren zu 6 Jahren und vor dem obersten Gericht zu 20 Jahren verurteilt. Nach dem obersten Gericht hat man keine Rechtsmittel mehr gegen das Urteil vorzugehen. Dieses Rechtsverfahren, macht es anfällig für Korruption!

Sein Gnadengesuch aus dem Jahr 2008 wurde im Januar 2015 mit der Begründung er habe gewusst, dass er Drogen schmuggelte, denn er nutzte einen falschen Pass!

Ursa Supit, eine indonesische Rechtsaktivistin, sagte das Jamiu Owolabi Abashin kein Geld gehabt hätte und somit sich keinen Anwalt leisten hätte können. So hatte er vor dem obersten Gericht keinen Rechtsbeistand gehabt um eventuell Einfluss auf das Urteil des Richters nehmen zu können. Ursa Supit sagte vor der Hinrichtung “Er hat nie Geld für Anwälte gehabt” und “Es ist nicht fair.”


Okwudili OyatanzeOkwudili Oyatanze, 41, Nigeria

Okwudili Oyatanze verlor bis zum Schluss sein Glauben an Gott und die Welt nicht.

So sang er auf Gottesdiensten im Gefängnis weiter seine Lieder und ging als “The Death Row Gospel Singer,” in die Geschichte ein.

Siehe unter diesem Zitat, das Video.

Okwudili Oyatanze wurde beim Versuch 5,5 Pfund Heroin aus Pakistan kommend in Jakarta 2001 verhaftet und 2002 zum Tode verurteilt.

Während der Haft schrieb Okwudili Oyatanze mehr als 70 Songs und nahm mehrere Alben hinter Gittern auf. Bei seinen Aufnahmen sangen Gefängniswärter sowie auch Mitgefangene mit.

Im Jahr 2008 veröffentlichte Okwudili Oyatanze wohl sein bekanntestes Lied “God You Know” in dem gleichnamigen Album.

Okwudili Oyatanze baute im Jahre 1999 in Beifra im Südosten Nigerias ein Bekleidungsladen auf und reiste dazu nach Indonesien um Kleidung zu kaufen und diese in seinem Geschäft weiter zu verkaufen. Das Geschäft ging pleite und Okwudili Oyatanze reiste nach Pakistan um zu versuchen neue Kontakte in der Bekleidungsindustrie zu knüpfen. Hier traf er auf einen Landsmann, der ihn überredete Kapseln mit Heroin zu schlucken und nach Indonesien zu fliegen. Er sah das damals als einfachen und schnellen Weg an Geld zu verdienen.


Martin AndersonMartin Anderson, 50, Ghana

Martin Anderson wurde 2003 mit 1,8 Unzen (51 Gramm) Heroin festgenommen. Die Polizei warf ihn bei der Festnahme vor einem lokalen Drogenring zu gehören. Er hatte angeblich einen gefälschten ghanaischen Pass. Deshalb gilt seine Staatsangerhörigkeit nicht ganz zweifelsfrei. Er wird entweder als Ghaner oder Niegeria bezeichnet.

Bei der Verhaftung wurde er von der Polizei im Bein angeschossen. Die Wunde wurde mehrere Tage nicht behandelt, was in Indonesien üblich sei, laut Aussage seines Anwaltes.

Im Jahr 2004 wurde er zum Tode verurteilt.


Mich persönlich berühren einige der Einzelschicksale sehr. Insbesondere wenn man sieht, wie schnell man eigentlich selbst in so eine Lage geraten kann.

Man kann nur hoffen, dass die indonesische Regierung, demnächst die Justiz überprüft, damit diese Korruptionsurteile endlich abgeschafft werden.

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