Zivilisten sollen Verkehr regeln

Die Polizei plant in Jakarta offiziell Zivilisten einzustellen, die in Jakarta auf Kreuzungen und Wendepunkten den Verkehr regeln sollen, mit der Hoffnung das sich das Verkehrschaos in Luft auflöst.

27.07.2017 Zivilisten sollen Verkehr regeln

Dieses wird in der Regel bereits sowieso umgesetzt und sorgt ehern für Ärger und Rückstaus auf den Hauptverkehrsstrecken. Zivillisten stehen an Wendepunkten und Nebenstraßenauffahrten und stoppen den Hauptverkehr, damit Autos und Mopeds überhaupt eine Change haben sich in den Verkehr einzuordnen.

In der Regel gibt man diesen dann 500 Rp (ca. 0,03 €) für die Hilfe.

Brecheisen Mentalität und trotzdem wenig Unfälle

Zivilisten sollen Verkehr regeln / Screenshot thejakartapost.com

Zivilisten sollen Verkehr regeln / Screenshot thejakartapost.com

Auf Indonesiens Straßen gilt tatsächlich, wer bremst, verliert. Will man von einer Nebenstraße In eine Hauptstraße ohne Ampelregelung einbiegen hat man ein Problem. In den seltensten Fällen, lässt ein anderer Verkehrsteilnehmer einen freiwillig herein. Und so hilft es tatsächlich nur, wenn man langsam einfach losfährt, bis man den fließenden Verkehr zum Stillstand gebracht hat und sich auf seine Fahrbahn einordnen kann.

Hat man dann einen Fahrer vor sich, der sich das nicht zutraut, dann steht man hupend hinter diesem. In der Regel werden dann rechts und links von diesem Fahrer einfach weitere Spuren eröffnet. Diese Vervollkommnenden das Chaos gänzlich.

Befindet man sich auf der Hauptstraße, ist es in Indonesien das Ziel, keinen Platz zu lassen, der einem Fahrzeug aus der Nebenstraße ermöglichen würde, in diese Lücke zu springen.

Reißverschlusssystem völlig unbekannt in Indonesien

Kommt es zu Verengungen im Verkehrsbereich, sei es aufgrund von Wendepunkten, oder Abbiegespuren ist das Chaos bereits vorprogrammiert. Von einem hilfreichen Reißverschlusssystem haben Indonesier noch nie was gehört. Keiner lässt einen rein, wenn man sich nicht eine Lücke erzwingt.

Lichthupe und Blaulicht Fuzzis

Gilt in Deutschland Lichthupe als Zeichen von Hilfsbereitschaft, wird man in Indonesien hier schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Anstatt zum Beispiel an einer Einmündung, wenn eine Lücke vor einem sich aufgetan hat, die Geschwindigkeit zu drosseln um ein Fahrzeug das Abbiegen zu ermöglichen wird wild mit der Lichthupe hantiert und noch extra Gas gegeben. Die starke Bremsung, die dann erfolgen muss, weil das Fahrzeug dann doch in diese Lücke einfährt, verursacht eine Kettenreaktion, die wiederum das Chaos verursacht.

Einige denken tatsächlich noch ein blaues Blinklicht sorgt für freie Fahrt und bauen sich solche entweder im Kühlerbereich oder vor der Windschutzscheibe ein. Mittlerweile reagiert keiner mehr auf Blaulichtblinken. Ein Nachteil für die Rettungskräfte von Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr.

Gelbe Fahne sorgt für freie Fahrt

Indonesier haben nur vor einer gelben Fahne tatsächlich Respekt. Hier lässt man Fahrzeuge vorbei und sogar an einer Kreuzung bei Grün einfahren. Ich hatte schon einmal vor ein paar Jahren einen Artikel dazu geschrieben.

In diesem Artikel beschreibe ich dieses Phänomen. Gelbe Fahnen werden an Fahrzeugen und Straßen angebracht wo verstorbene Personen sich befinden, oder transportiert werden. Im Islam sollten Verstorbene innerhalb von 24 Stunden beerdigt werden. Dieses möchte natürlich jeder Autofahrer gewähren und fährt auf einmal rücksichtsvoll, bis die Fahrzeuge die mit gelben Fahnen bestückt, vorbei sind.

Einem Krankenwagen, oder der Feuerwehr die eigentlich auf dem Weg sind Leben zu retten gewehrt man diese Ehre nicht. Nur der Tod ist den Indonesiern heilig.

Ampelschaltungen zum Kotzen

Ein weiteres Problem für Stauverursachung sind die Ampelschaltungen. Besonders in Jakarta erlebt man immer wieder, dass nur eine Spur Grün geschaltet wird. Das bedeutet in der Regel, dass man 3x 60 Sekunden warten muss, bis die Spur grün erhält. Grün und gleichzeitiges Abbiegen,wird kaum umgesetzt. So könnte man die eine Richtung zum Beispiel 15 -30 Sekunden ehern Grün schalten und danach die Abbiegespur Rot, damit der Gegenverkehr fahren kann. Dann erhält die erste freigegebene Spur 15 – 30 Sekunden ehern rot und die Gegenspur darf abbiegen. Es gibt tatsächlich auch Ampeln, die allen die Abbiegespur einzeln Grün schalten. Und dann wundern sich die Planungsherren, warum es einen so großen Rückstau in Jakarta gibt. Eine Umsetzung einer grünen Welle ist genauso nicht umsetzbar, da jede Ampel einzeln geschaltet wird.

Meine Erfahrungen mit dem indonesischen Straßenverkehr

Seit 2010 bin ich aktiver Autofahrer in Indonesien. Natürlich kamen vorab einstweilige Angstgefühle auf, wegen des Linksverkehrs. Aber diese verflogen schnell, als ich mich in das Chaos von Jakarta stürzte. Eigener Fahrstil angelernt. Was mir aufgefallen ist, dass ich mich sehr auf die Vorderräder konzentriere, der neben mir vorneweg fahrenden Fahrzeugen. Hier erkennt man am besten, ob ein Fahrer trotz Blinken einen Spurwechsel vornehmen möchte oder nicht. Die Hupe sorgt dann, sollte es der Fahrer dennoch wagen, für eine freie Fahrt für mich.

In Deutschland würde man wohl diesen Fahrstil wohl als rücksichtslos einstufen. Die Linke Spur wird kaum von Pkws genutzt, diese ist in der Regel, wenn diese frei ist, meine persönliche Expressspur.

Das Verkehrschaos könnte man so schön in den Griff bekommen würde man Fehlverhalten mit einem Griff in die Brieftasche bestrafen. Hier würden bereits 50.000 Rp (ca. 3,20 €) ausreichen. Kann der Betrag nicht bezahlt werden, wird das Fahrzeug (Auto oder Moped) solange einbehalten, bis die Summe beglichen wurde. Indonesien könnte somit seinen Haushalt wohl verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen.

Fazit

Wenn es ans Geld geht, lernt man schneller sich an geltende Gesetze und Bestimmungen zu halten. Man sieht es ja bei Mopedfahrern. Waren vor ein paar Monaten diese generell ohne Helm unterwegs, sind diese nach einer Polizei Kampagne nun die Ausnahmen. Geld zeigt Wirkung.

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