Müllverbrennung ja – aber wann?

Wie immer mahlen die Mühlen des Fortschritts in Indonesien sehr langsam. Erlässt der Präsident einen Erlass um mit Müll, Strom zu erzeugen, wird dieser durch Umweltorganisationen bombardiert und vom Obersten Gerichtshof für nichtig erklärt!

21.05.2018 Müllverbrennung ja – aber wann?

Indonesien erstickt im Müll. Dieses kann man an jeder Ecke, in jedem Fluss, am Strand und im Meer beobachten. Der Müll, der sich ansammelt, ist ein Wahnsinn, auch bei uns. Das mag auch am fehlenden Recycling liegen, dass in unserem Wohngebiet alle zwei Tage der Müll entsorgt werden muss. Jedes Haus produziert dabei alle zwei Tage eine komplette Mülltonne voll.

Jakarta allein produziert mit seinen ca. 10 Millionen Einwohnern, tagtäglich, 7.100 Tonnen Müll. Dieser Müllberg entspricht dem kompletten Borobudur-Tempel und das jeden Tag. Bisher werden diese Müllberge in Deponien verklappt. Die maximalen Kapazitäten für Jakarta und Umgebung sollen aber in fünf Jahren erreicht sein. Dann müsste man neue Deponien anlegen, oder eine Alternative umgesetzt haben.

Stromerzeugung durch Müll!

Müllverbrennung ja - aber wann?

Müllverbrennung ja – aber wann?

Aus 2.200 Tonnen Müll könnten durch eine Verbrennungsanlage 35 Mega Watt Strom pro Tag erzeugt werden. Um den täglichen Müll von Jakarta durch Verbrennung zu entsorgen, bräuchte man also mindestens drei Müllverbrennung Kraftwerke. Diese wurden dabei noch 105 Mega Watt Strom liefern. Eine super Idee und alternative – denke ich.

Beschleunigungsprogramm „Waste-to-Energie“ scheiterte

Die Regierung plante in sieben Großstädten ein Förderprogramm, um solche Müllverbrennungskraftwerksanlagen schnell Umsetzen zu können. Diese waren in Jakarta, Bandung, Makassar, Surabaya, Semarang, Surakarta und Tangerang geplant. Dazu wurde die Präsidentenverfügung (Perpres) Nr. 18/2016 erlassen.

Dieser Erlass wurde von verschiedenen Bürger- und Umweltgruppen, mit dem Argument, das diese Verbrennungsanlagen für die Umwelt gefährlich seien, boykottiert. Der Oberste Gerichtshof erklärt daraufhin in einem Urteil, diesen Erlass für unzulässig.

Zweifel beim Umweltschutz sind berechtigt!

In Indonesien werden Bauvorhaben gern auf Kosten der Umwelt umgesetzt. Dieses wird dann noch durch mangelnde staatliche Kontrolle unterstützt. Dass Müllverbrennungsanlagen umweltgerecht betrieben werden können, zeigt ja Deutschland. Es gibt Filteranlagen, die schädlichen Stoffe filtern. Nur müssen diese gewartet und regelmäßig gereinigt werden. Ob man hier dieser Aufgabe in Indonesien gerecht wird, ist anzuzweifeln.

Der Wille ist da und so versprach der Bauträger, alle Umweltvorschriften einzuhalten. Nun ich persönlich möchte nicht in der Nähe eines Müllkraftwerkes in Indonesien wohnen. 😉 Jedoch sollte man sich Fragen, was besser ist. Im Meer beim Baden vom Müll umgeben zu sein, oder sicher zu sein, das aus jedem einzelnen Plastikteil, was in dem Müll landet, Strom für meinen PC erzeugt wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.