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Vor einer Woche im alten Jahr wurde ein altes Schiff mit Rohingya Flüchtlingen aus Myanmar vor der Küste Indonesiens gefunden. Den Flüchtlingen wurde vorerst die Anlandung in Indonesien offiziell verwehrt!

Am 30. Dezember beschloss man von seitens Indonesien, den Flüchtlingen aus Myanmar doch aus humanitären Gründen Asyl zu gewähren. Die Flüchtlinge waren bereits seit Wochen auf einem überfüllten alten Holzboot unterwegs. Ein Militärschiff schleppte das Boot mit den Flüchtlingen in einen Hafen in der autonomen Region Aceh.

An Board des alten Holzbootes waren 105 Personen (8 Männer, 50 Frauen, 47 Kinder). Nachdem sie im Hafen angelangt waren, wurden sie desinfiziert und Coronatest durchgeführt. Die Flüchtlinge wurden zu einer 14-tägigen Corona-Quarantäne in das Lhokseumawe Work Training Center, einer Weiterbildungsschule verlegt.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) begrüßte die Rettungsmaßnahme als humanitäre Hilfe und sicherte der indonesischen Regierung Unterstützung zu. 

Mehr als nur ein religiöser Machtkampf

Erst durch die Recherchen beschäftigte ich mich mit den Hintergründen der Flüchtlingsbewegung der Rohingya aus Myanmar. Bisher war mir zwar bewusst, dass von seitens der buddhistischen Militärregierung gegen die muslimischen Rohingya massive Repressalien gab. Dass die Rohingya förmlich als Staatenlos gelten war mir bisher nicht bewusst. 

International gelten die Rohingya als Ethnie in Myanmar (ehemals Birma). Dieses wird aber von Myanmar nicht akzeptiert. Nach dem Staatsbürgerschaftsgesetz aus dem Jahr 1982 gelten die Rohingya nicht als einer der 135 einheimischen Bevölkerungsgruppen. Damit habe sie keinen Anspruch auf die myanmarische Staatsbürgerschaft und gelten somit als Staatenlos!

Rohingya sind in der Regel sunnitische Muslime. Offiziell werden sie in Myanmar als Bengalen bezeichnet, um sie als illegale Einwandere aus Bangladesch aufzufassen. Bis zu den massiven Ausschreitungen gegen die Rohingya im Jahr 2017 lebten über 1 Million in Myanmar. Etwa eine halbe Million Menschen sind bisher aufgrund der Repressalien geflohen. Die meisten flohen nach Bangladesch. Viele versuchen es aber auch auf dem Seeweg. Eigentliches Ziel ist Australien, wobei sie größtenteils in Indonesien und Papua-Neuguinea stranden. 

Offiziell unterstützt Indonesien die Rohingya

Doch wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht, beginnt immer wieder ein enormes Tauziehen zwischen NGOs, dem UN Flüchtlingshilfswerk und der indonesischen Regierung! Tagelang müssen die Flüchtlinge vor der Küste Indonesien ausharren. Die jetzigen 105 Flüchtlinge wurden am 26. Dezember das erste Mal gesehen. Am 30. Dezember wurde ihre katastrophale Situation auf dem überfüllten Holzboot beendet. 

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