Indonesien und Malaysia streiten um Stink-Blume

Die Rafflesia bildet die größte Blüte weltweit. Trotz ihres Gestanks lockt sie damit Touristen an – und das führt zum Disput auf politischer Ebene.

Foto: pa Nur vier bis sieben Tage lang blüht die seltene Pflanze. Ihre Blüten können bis zu elf Kilogramm schwer werden und einen Durchmesser von einem Meter erreichen. Fotoquelle: welt.de

Foto: pa Nur vier bis sieben Tage lang blüht die seltene Pflanze. Ihre Blüten können bis zu elf Kilogramm schwer werden und einen Durchmesser von einem Meter erreichen. Fotoquelle: welt.de

Sie stinkt erbärmlich, und ihre Blätter sehen aus wie verwesendes Fleisch. Trotzdem gilt sie als Touristenmagnet: die Rafflesia, eine Schmarotzer-Pflanze, die die größte Blüte weltweit bildet – bis zu elf Kilogramm schwer und mit einem Durchmesser von einem Meter. Nicht der Geruch, sondern die Rekordgröße sorgt dafür, dass Touristen regelmäßig in den Regenwald von Borneo reisen, weil sie hoffen, dort auf die seltene Pflanze, die nur vier bis sieben Tage blüht, zu stoßen.

Die Regierung von Malaysia hat vor einiger Zeit ein Programm zum Schutz der Rafflesia gestartet. Doch das stößt im Nachbarland Indonesien auf Ablehnung – weil man die Rafflesia (die ihren Namen dem britischen Entdecker Stamford Raffles verdankt, dem sie 1818 auf Borneo auffiel) als ureigenes indonesisches Markenzeichen sieht und den Malaysiern unterstellt, mit Rafflesia-Werbung Touristen abzuwerben, die eigentlich nach Indonesien kommen sollten. Sogar die Außenministerien beider Länder haben sich mit dem Thema bereits befasst.

Vielleicht sollte man den Ministern einmal sagen, dass Pflanzen Staatsgrenzen gemeinhin egal sind, und dass Borneo, das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Rafflesia, zu beiden Ländern gehört, also zu Malaysia und Indonesien? Und dass es schlauer wäre, die Pflanze gemeinsam zu schützen, denn sonst ist sie (wegen der Urwald-Abholzung) irgendwann ganz ausgerottet, und dann kommen gar keine Touristen mehr nach Borneo, weder in den indonesischen noch in den malaysischen Teil.

Originalbericht: welt.de

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