Indonesien und der Kampf gegen Film Piraterie

Als ich heute wieder einmal in der Onlineversion der Jakarta Post schaute, bekam ich wieder einmal einen leichten Lachanfall.

So brüstet sich doch die indonesische Regierung tatsächlich, gegen illegales Filmstreaming Erfolge vorweisen zu können.

So wurde stolz verkündet, dass 22 illegale Film-Sharing-Webseiten gesperrt wurden.

Darunter:

ganool.com, nontonmovie.com, bioskops.com, ganool.ca, kickass.to, thepiratebay.se, downloadfilmbaru.com, ganool.co.id, 21filmcinema.com, gudangfilm.faa.im, movie76 .com, isohunt.to, cinemaindo.net, ganool.in, bioskop21.net, unduhfilm21.net, bioskopkita.com, downloadfilm.com, comotin.net, movie2k.ti, unduhmovie.com und 21sinema.com.

Zitat: Jakarta Post

Leider scheinen die IT-Techniker der indonesischen Regierung nicht gerade technisch versiert zu sein. So blocken, bzw. lassen durch die Provider Domains blockieren. Jedoch sind diese weiter über Proxys erreichbar.

So studierte die Vereinigung der indonesischen Filmproduzenten (APROFI), die 22 Webseiten und stellte nach dem sperren fest, dass der Trafik zu diesen Webseiten um 780,2% sank.

Interessant, auf ein Zehntel genau wollen sie den Trafik also erkennen können. Nur ist diese von Indonesien angewandte Sperrmethode völlig sinnlos, da man über einen simplen Proxy die Webseiten weiter abrufen kann.

Gleichzeitig kann man die neusten Filme als Raubkopie, auch einfach in einem Einkaufszentrum für 7.500 Rp (ca. 0,52 €) erwerben.

Raubkopien bekommt man in fast jedem Einkaufszentrum

Raubkopien bekommt man in fast jedem Einkaufszentrum

Diesen Verkauf einzuschränken, das traut sich die APROFI nicht. Ein Film geladen wird Tausendfach kopiert und geht ganz öffentlich über den Ladentisch.

Im Artikel der Jakarta Post kam dann das eigentliche Sinnen der APROFI zur Öffentlichkeit. So sei man an die Regierung heran getreten, um diese Streaming Portale zu sperren, weil man die eigenen Interessen gefährdet sah.

Im Jahr 2006 verkaufte man die Filmrechte eines Indonesischen Films für 200 Millionen Rp (ca. 13.800 €). Heute sind es gerade einmal 50 Millionen Rp (ca. 3.450 €).

Auf den Streaming Portalen sind kaum Indonesische Filme zu sehen, eher Kinoblockbuster aus Hollywood. Also kann es nicht daran liegen. Auch die Kinos bleiben bei Indonesischen Filmen eher leer. Das drückt natürlich den Preis der für Filmrechte bezahlt werden kann. Anders wäre es wenn Indonesien endlich einmal sich besinnt und Filme produziert, die die Leute auch sehen wollen. Ein Film „The Raid“ hat es ja dieses Jahr auch geschafft, sogar in internationalen Kinos zu laufen. Ansonsten sind indonesische Filme eher was für Indonesier.

Bei Indonesischen Filmen sind es also nicht die Streaming Portale, sondern eher die Straßen und Mall verkäufe, die hier für Verbreitung von Kopien sorgen.

Weiterhin hat es die Vergangenheit gezeigt, dass ein internationales Sperren einer Webseite keinen Sinn ergibt, da diese Portale meistens mehrere Mirror Seiten betreiben und auch Domains wechseln.

Ich persönlich möchte hier nicht, dass illegale Streaming für Gut heißen, dennoch finde ich dieser Erfolgsmeldung für, na sagen wir einmal sehr amüsant.

4 Kommentare zu “Indonesien und der Kampf gegen Film Piraterie”
  1. ist doch gut, wenn du was zu lachen hast einfach ein paar deutsche rechtanwälte importieren, die machen dem puk schnell eine Ende

  2. Nur das man hier in Indonesien wahrscheinlich nicht bestrebt ist diese Verkäufer zu entfernen, immerhin bringen die ja erst einmal Geld in die Kassen. Die Mall besitzer passen da schon auf, dass die Polizei nicht so übereifrig ist, jedenfals solange die Miete immer pünktlich kommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.