Nach 10 Jahren gehts nach Deutschland

Banner 468x60

In den nächsten Tagen reise ich in meine alte Heimat Görlitz und werde mir dort einmal anschauen, was sich so verändert hat.

Wo ist die Zeit nur geblieben. Für mich persönlich kommt es nicht so vor, als ob ich bereits 10 Jahre hier in Indonesien lebe. Natürlich ist das Urlaubsfeeling, was wohl jeder Auswanderer am Anfang hat, seit langen verschwunden. Und ja ich bin in Indonesien angekommen, auch wenn das immer wieder einige Leser bezweifeln, da sie in meinem Blog angeblich nur negative Sachen über Indonesien lesen.

Über Positives berichtet und liest man natürlich immer lieber als über die Probleme die auf einem Warten. Vor Problemen wird man aber auch immer wieder im Leben gestellt und da ist es egal, ob man in Deutschland lebt, oder irgendwo anders auf der Welt.

Jeder ist selbst seines Glückes Schmied!

Dieses Sprichwort trifft wohl auf jeden Lebensabschnitt zu. Und ja in Deutschland ist man sozial abgesichert, was man im Rest der Welt sich erst einmal wieder aufbauen muss. Aber vermisse ich die soziale Absicherung von Deutschland? Wohl kaum! Wo soziale Leistungen vom Staat fließen, sind natürlich auch die Steuern höher. Allein auch die Lebenshaltungskosten würden wohl jeden überzeugen Deutschland zu verlassen. Wenn da nicht die Steine wären, die einem auf den Weg ins Glück vor die Füße geworfen werden. Diese aus dem Weg zu räumen um letztendlich glücklich zu werden ist schwer und manchmal auch mehr als problematisch.

Habe ich jemals den Schritt Auswanderung bereut!

Natürlich gibt es immer wieder auch Situationen, wo man sich die deutsche Sicherheit vermisst. Sei es bei Garantien von Waren oder der simple Kundenservice. Aber auch in Deutschland gibt es diese Probleme, auch wenn man diese dort leichter lösen könnte. Persönlich habe ich in den letzten 10 Jahren zu keinem Zeitpunkt die Auswanderung bereut. Dieses mag auch daran liegen, dass es eigentlich für uns immer bergauf ging. Und ja ich muss das Fazit ziehen, das ich Glaube das wir diesen Standard den wir uns in Indonesien aufgebaut haben, wohl kaum in Deutschland erreicht hätten. Wer kauft, und baut in Deutschland wohl innerhalb von 10 Jahren 3 Häuser bzw. Appartement.

Vermisse ich was an Deutschland?

Klar da fällt einem sofort einiges ein. Bier, Brot und Freunde wären die Dinge, die ich auf Anhieb aufzählen würde. Auf Bier kann man verzichten, Sauerteig Brot und Brötchen backe ich mittlerweile erfolgreich selbst. Also wäre nur das Problem Freunde und Familie. Für mich ist und wird es wohl immer auch bleiben, unverständlich, wie Indonesier Freundschaften pflegen. Klar es gibt hier auch ausnahmen wie überall auf der Welt, aber das sich die Familie in einem Einkaufszentrum (Mall) treffen, um sich einmal im Jahr vielleicht zu sehen, werde ich nie begreifen. Dass man seine Geburtstage nicht in der Familie feiert, hat zum Glück auch den Vorteil. Man merkt nicht, dass man immer älter wird. Auch die besinnliche Weihnachtszeit vermisse ich schon. Dieses Feeling ist aber zurzeit in weiter ferne und kommt erst um die Weihnachtszeit auf. Irgendwie kann man machen was man will, der Körper verbindet mit dieser Zeit einfach mit Kälte und diese fehlt leider gänzlich hier.

Warum fliege ich alleine nach Deutschland!

Nun es gibt einen Grund, der die Reise nicht verschieben lässt. Ein sehr guter Freund von mir heiratet und so steht dieser Termin fest. Meine Frau hat schon im März von einer Geschäftsreise erfahren, sodass sie hier auch ausfällt. Also plante ich mit meiner zwölfjährigen Tochter die Reise. Aber auch dieses wurde nun letztendlich gecancelt.  Es wäre kein Problem gewesen, sie für drei Wochen aus der Schule zu nehmen. Das größte Problem war, dass sie in der Woche vor der Hochzeit Prüfungen hatte. Wir hätten also genau einen Tag vor der Hochzeit anreisen können. Da ich ja bereits im Februar für 4 Tage geschäftlich in München war, konnte ich mich an das Jetlaggefühl noch genau erinnern. Um 20 Uhr vielen mir die Augen zu und um drei Uhr war ich putzmunter. Ideales Zeitgefühl für eine Hochzeitsfeier. Also reise ich jetzt schon eineinhalb Wochen vorher an, um meinen Körper irgendwie in das neue Zeitgefühl hineinpressen zu können.

Ein neuer Plan ist nächstes Jahr zu Weihnachten mit der kompletten Familie nach Deutschland zu fliegen. Sarah will ja unbedingt einmal Schnee sehen und fühlen. Sie war zwei, als wir Deutschland verlassen hatten und amüsiert sich heute noch über ihre Winterfotos.

Da ich nun allein fliege, habe ich die Reise auch für mich persönlich gekürzt. Erst wollte ich drei Wochen bleiben. Jetzt sind es letztendlich 14 Tage geworden. Ob ich mein geplantes Pensum erreichen werde, ist schwer zu sagen. Natürlich will man alles Sehen, an was man sich erinnern kann. Schöne Orte und Orte, wo man seine Kindheit verbracht hat. Für einen der in Deutschland lebt, ist dieses eventuell unvorstellbar. Aber es ist eben doch ein großer Unterschied, wenn man in ein paar Stunden an diesem Ort sein könnte, oder dafür um die halbe Welt fliegen, muss.

Das Ganze wird auch dadurch noch erschwert, das viele Freunde mittlerweile in ganz Deutschland verteilt leben. Aber da hat man sich jetzt auf einen zentralen Wiedersehenspunkt geeinigt, wo wir uns dann fast alle treffen. Da bin ich wirklich gespannt.

Freunde – aus den Augen aus dem Sinn!

Auch dieses Sprichwort musste ich erleben, wobei ich hier die Schuld ehern auf die Kommunikationsmöglichkeiten schiebe. Dank Facebook kann ja eigentlich ein jeder an wichtigen Ereignissen seiner Freunde teilnehmen. Anfangs war Skypen noch hoch angesagt, dass jetzt durch WhatsApp abgelöst wurde. So kommt es das einem keiner vermisst, weil alle immer über alles informiert sind, bis man dann doch in Vergessenheit gerät. Des wegen war ich tatsächlich erstaunt, dass sich so viele bereit erklärten dem Treffen, was organisiert wird beizuwohnen. Darauf freue ich mich am meisten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.