Indonesien setzt Hilfskräfte in Palu fest


Indonesien hat ein südafrikanisches Rettungsteam in einem Hotel festgesetzt und ihnen verboten weitere Hilfe zu leisten. Andere internationale Hilfsorganisationen seien angewiesen worden ihre Hilfskräfte abzuziehen!

Das darf doch tatsächlich nicht wahr sein. Tausende Menschen warten immer noch auf Hilfe in dem vom Tsunami zerstörten Gebiet um Palu auf Sulawesi. Die indonesische Agentur für Katastrophenschutz drängte offiziell ausländische Hilfsorganisation dazu, alle ihre Hilfskräfte aus Indonesien abzuziehen. Das Außenministerium teilte in einer Pressemitteilung mit, dass die Maßnahmen dazu dienen, um die Koordination zu regeln!

Ähm man schmeißt die Rettungskräfte aus dem Land, um die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen zu koordinieren?

Der Fernsehsender Sky Television brachte eine Newsmeldung, dass ein 27-köpfiges Hilfsteam in einem Hotelkomplex seit drei Tagen festgesetzt wurde. Bei dem Team handelt es sich, um Spezialisten für Rettung, Bergung und medizinische Hilfe. Diese dürfen ihr Hotel nicht mehr verlassen. Das Team habe große Kosten  auf sich genommen und viel Fracht transportiert um Hilfe zu leisten! Dass man diese letztendlich wie Verbrecher behandelt werde, ist für den südafrikanischen Teamleiter unverständlich!

Morgen endet die Frist, Überlebende zu suchen!

Indonesien setzt Hilfskräfte in Palu fest Screenshot: NZZ.ch

Indonesien setzt Hilfskräfte in Palu fest Screenshot: NZZ.ch

Offiziell endet morgen die Frist nach der Suche von Überlebenden. Dass man dann Rettungsteams seit Tagen festhält, anstatt ihnen Gebiete zuzuordnen, wo Verschüttete noch vermutet werden, ist unverständlich. Die indonesischen Behörden haben die Hoffnung bereits schon lange aufgegeben, Überlebende zu finden. So war bereits kurz nach der Katastrophe festgelegt, dass vermutete Opfer in versunkenen Dörfern nicht ausgegraben werden, sondern dort Gedenkstätten errichtet werden sollten.

Erdbeben Palu noch 5.000 Vermisste

Indonesische Bürokratie nicht in der Lage zu koordinieren!

Verschiedene Behörden haben gleiche Aufgabengebiete und Konkurrieren auch untereinander. Die Opfer werden in diesem Konkurrenzkampf gänzlich vergessen. So explodierte der Trinkwasserpreis seit der Katastrophe, obwohl mehrere ausländischen Rettungsteams Wasseraufbereitungsanlagen mitgeführt hatten. Ob auch diese nicht zum Einsatz kamen blieb bisher offen.

Dass man Rettungsteams festsetzt, anstatt ihnen Aufgaben zuzuteilen, zeigt die Unfähigkeit der indonesischen Behörden. Man darf nur hoffen, dass dieses Dilemma nicht weitere Todesopfer gefordert hat, die bei einem Rettungsversuch überlebt hätten!

Ein fader Beigeschmack liegt auch in der Luft, wenn man bedenkt, dass Indonesien lieber mit Geld unterstützt werden möchte. Gerade in einem Land, wo Korruption noch ein Tagesgeschäft ist!

Weitere Links zu diesem Thema:

NZZ: Nach Tsunami: Indonesien will internationale Hilfe einschränken

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