Es ist soweit – Goodbye Deutschland – Welcome Indonesia

Heute am 23.12.2008 werde ich Görlitz verlassen. Mein Flieger geht zwar erst am 24.12.2008 um 15:30 Uhr, aber ich möchte vorher noch meine Cousine, die nur 100 km von Frankfurt/Main weg wohnt, besuchen.

Das Koffer packen war eine Qual. Der große Koffer darf nur 20 KG wiegen und der kleine den ich als Handgepäck mit nehmen möchte, nur 10 Kg. Leider musste ich einiges wieder herausnehmen, um die Gewichtsverteilung einzuhalten. Den kleinen Koffer habe ich trotz alle dem, nur auf 13,5 KG mindern können.

Ich sagte mir es wird schon gut gehen.

Bei Sixt hab ich mir einen Mietwagen geholt. Dort gab mir einen BMW und so ging es dann gegen 14:00 Uhr nach einer Rührseeligen Verabschiedung los, in mein neues Leben. Nach gut 5 1/2 h, bin ich dann endlich bei meiner Cousine Patricia angelangt. Sie war auch allein zu Hause, da Sie am 23. und 24.12. arbeiten musste. Ihr Mann war schon bei seiner Mutter Weihnachten feiern. Sie wollt nach der Arbeit am 24. hinterher fahren.

Der Abend wurde sehr lang und wir unterhielten uns stundenlang über die alten Zeiten in Görlitz.

Am nächsten Morgen, ging es endlich los. Nach dem ich meine letzten Habseligkeiten, sprich den Kulturbeutel im Handgepäck verstaut hatte, verabschiedete ich mich von meiner Cousine. Dass ich den Kulturbeutel, im Handgepäck verstaute, sollte ich noch bereuen. Eigentlich dachte ich mir, da ich in Kuwait 2h Aufenthalt hatte, dass ich mich da ein wenig Frischmachen könnte. Diesen Fehler sollte ich später noch bereuen :-).

Gegen 10:00 Uhr ging es los in Richtung Frankfurt! Am Flughafen kam ich gegen 12:30 Uhr an, und gab das Auto ab, was wie immer auf dem Flughafen gänzlich unbürokratisch vor sich ging. Ich erkundigte mich wo der Check-In Schalter für Kuwait Airways war und ging dann erst mal einen Happen, essen. Eigentlich wollte ich meine letzten €- Münzen gänzlich aufbrauchen, was mir leider nicht gelungen ist. Genau 5,00 € blieben übrig. Diese waren dann eigentlich für einen Kaffee in Kuwait gedacht, aber dazu kam es nicht. Dazu aber später mehr.

Nach dem Essen lief ich noch ein wenig im Terminal herum und checkte gegen 13:45 Uhr ein. Beim Handgepäck 13,5 Kg wurde wie erwartet ein wenig genörgelt, aber ich brauchte keine Zusatzkosten bezahlen. Nach dem Check-In ging ich langsam zum Abflugterminal und setze mich in den Vorbereich. Da mir Langweilig wurde, begann ich all meine Freunde anzurufen. Dank meiner O2 Flatrate kein Problem.

Gegen 15 Uhr erschien auf einmal die Anzeige, dass der Flug um 1 h verspätet startet. Zu diesem Zeitpunkt war der Airbus schon am Terminal. Also sendete ich meiner Frau eine SMS, dass sich die Ankunft eventuell verzögert. Zwar hatte ich sowieso 2h Aufenthalt in Kuwait City, aber die können auch schnell vorbei sein.

Dennoch begab ich mich langsam in den Security Bereich. Dort bereute ich, dass ich meinen Kulturbeutel in den Handgepäckkoffer gelegt hatte. Eigentlich hätte ich das auch wissen müssen. Fliege ja nicht zum ersten Mal. Jedenfalls wurde mein neues Duschgel, Zahnpasta und die Mundspülung, erfolgreich entsorgt. Mein Parfum konnte ich retten, da dieses genau dem Limit entsprach. Nun wartete ich im geschlossenen Bereich, dass es endlich los ging. Aber es kam wieder anders als wie man denkt. Die Anzeige zeigte dann Abflug 17:30 Uhr an. Also 2 h später als eigentlich geplant. Es wurde dann von Kuwait Arways, ein Snake und Getränke gereicht.

Im Wartebereich sah ich auch schon, dass ich mit meiner Vermutung Recht behalten sollte. Zur Weihnachten ist der Flieger nicht so voll und man hatte Hoffnung auf Einzelplätze.

Gegen 17:15 Uhr wurde dann endlich das Gate geöffnet und wir stiegen alle ein. Im Flugzeug sah man dann wieso es diese Verspätung gab. Eine Ältere muslimische Frau musste liegend transportiert werden, sodass das Flugzeug umgebaut werden musste. Na ja egal jetzt sitze ich im Flieger und gleich geht es los, in Richtung neuer Heimat. Im Flieger sah man das es nur zu einem Drittel gefüllt war. Die ersten verteilten sich dann schon, so auch mein Platznachbar, sodass ich einen Doppelsitz für mich alleine hatte.

Gegen 17:45 Uhr rollten wir endlich los. Langsam machte sich ein wenig Wehmut in mir breit, die ich aber mit Gendanken an meine zukünftigen Perspektive, verdrängte. Außerdem sah ich meine Frau und meine 2 jährige Tochter, endlich nach 3 Monaten wieder.

Als wir auf der Startbahn losrollten und die Turbinen mit vollem Schub losheulten, schossen mir Gedanken durch den Kopf, wann werde ich Deutschland wiedersehen und was wird mich erwarten, diese Gedanken verdrängte ich aber schnell wieder.

Als wir unsere Reisehöhe erreicht hatten, gab es die obligatorische Vesper im Flugzeug. Ein Stück Kuchen, einen Pudding, Wasser und auf Wunsch Kaffee oder Tee. Nach der Vesper las ich in der PC Welt, die ich mir auf dem Flughafen noch gekauft hatte, bis es gegen 19:30 Uhr schon wieder Abendessen gab. Das bestand diesmal aus einer Art Sandwich, einem Getränk Cola, Fanta, Saft, Wasser, oder Tee. Nach dem Essen versuchte ich ein wenig zu schlafen, was mir auch gelang.

Ich wurde durch das Anschnall-Signal geweckt und sah auf die Uhr. Es war kurz nach Mitternacht deutscher Zeit. Ich stellte meine Uhr auf Kuwait Zeit um, + 1 h. Eigentlich hätten wir, wenn wir pünktlich gestartet wären um 23:30 Uhr Kuwaiter Zeit, landen müssen. Dann hätte ich 2 h Aufenthalt gehabt. Auf diese 2 h freute ich mich jetzt ein wenig. Die Füße vertreten, einen Kaffee bei MC Donald trinken und durch die Duty-free-Shops schlendern.

Aber es kam wieder anders. Als wir gelandet sind und ausstiegen, wurde die Passagiere die nach Jakarta weiterfliegen, sofort in das nächste Gate geleitet, wo sie gleich wieder einstiegen. Die Kontrolle hielt sich in Grenzen. Das Flugzeug war schon total voll mit Dienstmädchen und einer Reisegruppe die auf dem T-Shirt irgendwas mit Allah-Tour 2008 stehen hatten.

Mein Platz war natürlich wie zu erwarten belegt. Ich bestand aber darauf, da ich keine Lust hatte mir einen neuen Platz in der vollen Maschine suchen zu müssen. Ich suchte mir einen freien Platz, für meinen Handgepäckkoffer, was gar nicht so einfach war, da es den Anschein hatte, dass alle nur mit Handgepäck reisten und jeder 3 – 4 Taschen in den Handgepäckabteil verstaut hatte. Endlich hatte ich 3 Reihen hinter meinen Sitzplatz einen freien Platz für meinen Koffer gefunden und stopfte diesen da rein. Ich setze mich und trauerte einem ausgiebigen Spaziergang im Kuwaiter Airport nach. Als alle saßen, ging es auch sofort los und die Maschine startete in Richtung Osten.

Als die Reisehöhe erreicht war, ging das Essen gleich schon wieder los. Ich nenne das mal Mitternachtssnak. Dann schaute ich was es im Videoangebot so gab und entschloss mich ein wenig die GPS Position auf dem Monitor zu beobachten. Ich fand es interessant, da viele Daten wie Flughöhe, Geschwindigkeit Windrichtung und -stärke und die Richtung für Muslime in welcher Richtung Mekka liegt, angezeigt werden. Irgendwann schaltete ich aus und schlief ein.

Nach einigen Stunden wurde ich munter, dass Zeitgefühl hatte ich schon gänzlich verloren. Draußen war es taghell und die Sonne schien durch einige geöffneten Jalousien herein. Ich schaltete den Monitor ein und sah, dass wir gerade Indien überquert hatten. Das nächste Ziel der Maschine war Kuala Lumpur in Malaysia. Aber erst gab es Frühstück. 2 Brötchen, Rührei, Marmelade und eine Scheibe Wurst. Als Getränke standen O-Saft, Wasser, Kaffee, oder Tee, zur Auswahl.

Die restliche Zeit, bis zur Landung in Kuala Lumpur verbrachte ich, mit lesen und beobachten des Kurses, des Flugzeuges auf meinem Monitor.

In Kuala Lumpor ging es wie immer schnell. Landen, die Passagiere die in Malaysia raus müssen, stiegen aus und eine Putzkolonne kommt herein und rennt durch die Gänge und sammelt den Müll ein. Nach nicht mal 30 Minuten ging es auch schon wieder los.

Vorher hab ich meiner Frau noch schnell eine SMS geschickt, dass ich nun doch pünktlich ankommen werde.

Von Kuala Lumpur bis Jakarta ist es nur noch ein kleiner Katzensprung von ca. 2,5 Stunden Flugzeit. Trotzdem gab es sofort nach dem Start wieder ein Frühstück. Was ich auch zu mir nahm, um die Zeit zu überbrücken. Dann endlich ertönte das Anschnallsignal und der Anflug auf Jakarta begann. Gespannt sah ich aus dem Fenster und stellte beim Anflug auf die Küste erst einmal die katastrophale Meer-Verschmutzung des Hafenbereiches fest. Hunderte von Frachtern lagen vor Anker und jeder schien vor dem Einlaufen in den Hafen, noch seinen Müll über Bord zu werfen! Aber egal, in ein paar Minuten bin ich bei meiner Frau und meiner Tochter.

Als das Flugzeug am Gate anlangte und die Turbinen ab tourten, schaltete ich mein Handy an und bekam mehrere SMS von meiner Frau, die alle schon ein paar Stunden alt waren. Selbst die Antwort auf meine SMS aus Deutschland erreichte mich jetzt erst in Jakarta :-). Ich schickte ihr eine SMS, dass ich gelandet sei und sie antwortete, dass Sie schon am Terminal wartete.

Ich also so schnell wie möglich, raus aus dem Flieger und zur Passkontrolle gestürmt. Das Visum hatte ich mir schon in Berlin bei der indonesischen Botschaft besorgt, da ich ja ein verlängerbares Visum benötigte. Bei der Passkontrolle gab es keine Probleme, sodass ich mich auf dem Weg zum Gepäckband machte, wo ich auf meinen Koffer wartete. Gott sei Dank, hatte ich diesen mit einem Schwarz Rot Gelben Band gekennzeichnet, da fast alle Koffer gleich aussahen und selbst die Kennzeichnung mit Geschenkbändern fast jeder hatte. So gab es massenweise rot und blau gekennzeichnete Koffer nur meiner war eben anders :-).  Als ich meinen Koffer hatte, kamen sofort Kofferträger angerannt. Ich sagte, dass ich keine Hilfe benötigte und nahm mir einen Trolley und packte meine Koffer drauf. Dann ging ich zum Ausgang, lies die Koffer durchleuchten und blieb hinter der Tür stehen, um zu schauen ob meine Frau und meine Tochter am linken, oder rechten Ausgang warteten. Es war auf beiden Seiten eine Masse von Menschen und ich sah meine Frau nicht. Also beschloss ich den linken Ausgang zu nutzen. Immer wieder kamen Leute auf mich zu und wollten mir beim schieben meines Trolleys helfen. Ich sagte aber immer “no”. Als ich die Menschenmasse auf der linken Seite durch hatte, ging ich in Richtung des Ausgang und da sah ich endlich meine kleine süße Tochter und meine Frau wieder.

Nach inniger Begrüßung, leider fand meine Tochter, ich sei ein fremder Mann und wollte erst mal gar nicht auf meinen Arm, gingen wir zum Ausgang, wo schon unser Fahrer wartete. Im Auto tauchte dann meine Tochter langsam auf und setzte sich nach einigen Fragen, auch auf meinen Schoss.

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