Instagram unterstützt indonesische Homophobie / Screenshot: Jakarta Post

Instagram unterstützt indonesische Homophobie


Anstatt ein Zeichen zu setzen, knickt Instagram gegenüber der Homophoben indonesischen Regierung ein und löscht einen Account, der mit Comics aus dem Leben eines Schwulen in Indonesien berichtete.

Instagram unterstützt den Schwulenhass von Indonesien. Anders lässt es sich nicht erklären, dass man einen Account eines schwulen Comiczeichners auf Antrag der indonesischen Regierung, ohne Kommentar so einfach gelöscht hat.

Gerade solch große Unternehmen wie Instagram und ihr Mutterkonzern Facebook hätten hier die Change auch in Indonesien Zeichen zu setzen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Drohungen von Indonesien, die Firmen zum Einlenken bewegen sollten. Ich erinnere mich da an die Zusatzsteuer auf Hollywood Filme, wo sich dann Hollywood einfach weigerte, Filme in Indonesien zu zeigen. Fazit hier: Nachdem mehrere Kinos in Indonesien vor dem Aus standen, weil die Besucher keine indonesischen Filme sehen wollten, nahm man diese Steuer zurück! Man meinte es ja nur gut und wollte mit dieser Steuer die indonesische Filmindustrie schützen.

Oder der Versuch im Fußball, den indonesischen Verband zu zwingen Vereine auszuschließen, da man vermutete, das in diese finanzielle Ungereimtheiten vorkommen. Es gab zu diesem Zeitpunkt kein rechtsgültiges Urteil und dennoch stellte sich der indonesische Präsident hinter seinen Sportminister, der dieses angeordnet hatte. Hier sperrte die FIFA Weltverband einfach Indonesien aus und so durfte Indonesien keine internationalen Spiele bestreiten. Nach einem Jahr lenkte die indonesische Regierung ein.

Es gibt aber auch Webseiten, die in Indonesien gesperrt sind! Die Bekannteste durfte hier Vimeo sein. Auch hier wurde dem Videoportal vorgeworfen, pornografische Inhalte zu veröffentlichen.

In dem neusten Fall war Instagram Ziel des Vorstoßes der indonesischen Regierung

Es geht um den Account @alpantuni. Dieser veröffentlichte auf seinem Instagram Account Comics, die aus seinem Leben als Homosexueller handelten. Das indonesische Ministerium für Kommunikation und Information, drohte Instagram mit einer Sperre der Plattform in Indonesien, sollte es den Account nicht unverzüglich Sperren! Dieses setzte Instagram auch um. 

Instagram unterstützt indonesische Homophobie / Screenshot: Jakarta Post

Die Begründung des Ministeriums für diese Sperraufforderung sei Pornografie gewesen. Es seien nackte Männer in einem Bett zu sehen gewesen. Jetzt musste sich ein Sprecher des Ministeriums in einem Interview den Fragen von Journalisten stellen. Man stellte ihn die Frage, was ein halb nackter Mann der einfach in einem Bett liegt, mit Pornografie zu tun hätten. 

Dazu äußerte sich der Sprecher des Ministeriums wie folgt!

Trotz des Eintritts bestand das Ministerium darauf, dass  @alpantuni wegen „pornografischem Material“ heruntergenommen werden sollte, auch wenn der Comicstrip keine frontalen Nacktheit enthielt, obwohl er halbnackte Männer im Bett zeigte.

„Pornografie bedeutet nicht, dass die privaten Teile sichtbar sein müssen, sondern eher die Annahme, dass der Charakter nackt ist“, sagte Fernandinus.

Jakarta Post übersetzt mit Google Translator

Bei dieser Aussage kann man wieder einmal nur mit dem Kopf schütteln. Ist es bereits Pornografie, wenn man ein schlafendes Paar zugedeckt im Bett liegen sehen würde. Vor allem handelt es sich im Fall des Accounts @alpantuni um eine Comicfigur, also nicht um reale Fotos. 

Instagram hat die Change vertan!

Instagram hätte hier die Möglichkeit gehabt, Flagge zu zeigen und einen tieferen Diskurs in die Öffentlichkeit zu tragen. Es zeigt sich, dass Indonesien aufgrund von negativer öffentlicher Kritik sehr schnell einlenkt. Mit dem kommentarlosen Sperren des Accounts unterstützt jedoch Instagram das homophobe Vorgehen der indonesischen Regierung. Eine öffentliche Stellungnahme von seitens Instagram wäre mehr als wünschenswert gewesen. Nun müssen sich Instagram und auch der Mutterkonzern Facebook die Aussage gefallen lassen, dass man homophobe Neigungen ehern unterstützt, als den Kampf in Form der künstlerischen Meinungsfreiheit.



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